Einführung von Jean-Louis Cohen. Kapiteleinleitungen von Tim Benton. Eine Bildbiographie über das Leben und Werk Le Corbusiers (1887-1965), des einflussreichsten Architekten, Stadtplaners und Theoretikers der Moderne.
Kein Buch, sondern ein monumentaler Schlussstein zu Le Corbusier ist dieses wuchtige Werk aus Sicht von Rezensent Hanno Rauterberg. "Onkel Corbu!", ruft er nach anfänglicher Irritation über das Gewimmel von Familienfotos, Reiseskizzen und anderen Memorabila aus. "Was haben sie dir da für ein fulminantes Buch gewidmet!" Alles Politische werde hier ins Private gezerrt, ausgerechnet bei diesem Architekten, der die Gesellschaft mit seinen Bauten revolutionieren wollte. Man sehe "die Legende beim Mittagsschlaf", das "Genie in Unterhosen". Und mit wachsender Begeisterung sieht Rautenberg in diesem "dickleibigen Dokumentenband" den Revolutionär zum "wunderlichen Faktotum" schrumpfen, das Genie sich vermenschlichen. Für Rautenberg die bestmögliche Gelegenheit, Le Corbusier in all seiner Widersprüchlichkeit zu entdecken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2009
War das nötig? Den sechzehn Pfund schweren Folianten stemmt Wolfgang Pehnt mit anfänglicher Skepsis. Schließlich ist Le Corbusier beileibe kein Unbekannter. Die endlose Dokumentenfolge - Pläne, Skizzen, Briefe, Fotos -, mit denen der Band das Leben und Wirken des Meisters von 1887 bis 1965 akribisch ausleuchtet, führen Pehnt jedoch zu einem Punkt, da die Skepsis in Faszination umschlägt. So nah, so anschaulich erscheint Le Corbusier dem Rezensenten schließlich, dass Naivität, Demut und Genie des Mannes gleichermaßen sichtbar werden. Ein Verdienst nicht zuletzt der Kommentare und des klugen Einleitungsessays, meint Pehnt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.11.2008
Michael Mönninger ist überrascht. Dass es über Le Corbusier noch soviel Unbekanntes zu sagen und vor allem zu zeigen gibt, hätte er nicht für möglich gehalten. Acht Kilo muss der Rezensent stemmen, bevor er in den Genuss der prächtigen Bilddokumente kommt. Zur Belohnung darf er den Architekten nackt sehen, im übertragenen Sinn, in Form einer "totalen Entblätterung seiner Biografie", aber auch ganz wörtlich, auf sommerlichen Fotos. Die gleichfalls enthaltenen Zeichnungen und Aquarelle findet Mönninger wundervoll und erkennt in ihnen die Ausbeute von Le Corbusiers Bildungsreisen. Ganz aus dem Häuschen ist er angesichts des von den beiden Herausgebern ausgegrabenen Entwurfs eines schwimmenden Obdachlosenasyls. Ein durch seine schiere Materialmenge, die präzisen Bildkommentare und die Home-Story-Elemente wegweisendes Coffee-Table-Buch, meint der Rezensent. Ausschließlich für robuste Tische, versteht sich.
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