Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. In ihrer Doppelbiografie spiegelt Dominique Bona Leben und Werk eines berühmten Geschwisterpaares: Camille Claudel, geniale Bildhauerin und Geliebte Rodins, und Paul Claudel, Diplomat und Dichter. Lebenslang blieb das Geschwisterpaar innerlich verbunden, auch wenn die beiden nach ihrer Kindheit ganz unterschiedliche Wege gingen. Als ihr engster Vertrauter ist Paul zutiefst verletzt, als Camille sich als Künstlerin und Frau dem großen Auguste Rodin zuwendet. Er selbst macht als Diplomat Karriere und wird zu einem der angesehensten Schriftsteller Frankreichs. Mit seiner Hinwendung zum Glauben und einer Vernunftehe schützt er sich vor dem explosiven Temperament, das er mit seiner Schwester teilt - während Camille nach der Trennung von Rodin wie getrieben arbeitet und dann immer mehr in eine Wahnwelt abstürzt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2008
Beeindruckt zeigt sich Joseph Hanimann von dieser "intelligenten" Doppelbiografie der Geschwister Camille und Paul Claudel, die Dominique Bona vorgelegt hat. Vor allem begrüßt er den Verzicht der Autorin auf Parteinahme und vorschnelle Urteile. Er bescheinigt ihr, sowohl das Werk Camilles als auch die Dichtungen Pauls zu kennen und zu schätzten, besonders aber auf die Gemeinsamkeiten und Gegensätzen der Geschwister einzugehen. Die Darstellung macht seines Erachtens deutlich, dass die beiden Künstlerschicksale enger als bisher angenommen aufeinander bezogen waren, auch wenn ihm dieser Aspekt bisweilen etwas zu stark herausgestellt wird. Hanimann hebt die große Bedeutung hervor, die Bona der Beziehung Camilles zu Rodin zuschreibt. Auch die gegensätzliche Entwicklung der Geschwister ab 1882 - Camille arbeitete als Bildhauerin, bis sie 1913 in die Psychiatrie eingewiesen wurde, Paul als Diplomat - findet er bei Bona ausführlich geschildert.
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