Tobias Blasius, Moritz Küpper

Hendrik Wüst - Der Machtwandler

Karriere und Kalkül
Cover: Hendrik Wüst - Der Machtwandler
Klartext Verlag, Essen 2023
ISBN 9783837525847
Gebunden, 224 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Hendrik Wüst ist ein Wandlungskünstler der Macht. Der nordrheinwestfälische Ministerpräsident schafft es immer wieder, ein neues öffentliches Bild von sich zu entwerfen. Er startet als schneidiger Jungunionist, macht Karriere als rechter Hardliner, erfindet sich als Mann des CDU-Wirtschaftsflügels neu und erklimmt die Spitze schließlich im Gewand des sanften Konservativen mit schwarz-grüner Agenda. Inzwischen zählt Wüst, der nie ein Parteidarling war, zur smarten Führungsreserve der Union, der man die Kanzlerkandidatur zutraut. Wie macht er das? Was ist echt an ihm? Der Band ist das analytische Porträt eines Vertreters der ersten Politikergeneration, die verinnerlicht hat, dass in der modernen Mediengesellschaft das Performative oft das Programmatische überlagert

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2023

Als nordrhein-westfälischer Ministerpräsident ist Hendrik Wüst fast schon automatisch ein Anwärter auf die CDU-Kanzlerkandidatur, erläutert Rezensent Reiner Burger, eine Tatsache, die Tobias Blasius und Moritz Küppers Buch über den Politiker ebenso automatisch Aufmerksamkeit verschafft. Burger zeichnet zunächst den politischen Werdegang Wüsts nach und erläutert dann, dass die Autoren den Ministerpräsidenten als einen flexiblen Machtpolitiker beschreiben. So galt Wüst einst, zeichnet Burger mit Blasius und Küpper nach, als ein dezidiert konservativer Jungpolitiker, inszeniert sich inzwischen allerdings als Mann der Mitte im Sinne Angela Merkels und in deutlicher Abgrenzung zu Friedrich Merz. Burger zufolge schreiben die Autoren sowohl anschaulich als auch analytisch, die letztendliche Beurteilung Wüsts überlassen sie ihren Lesern. Keineswegs geben Blasius und Küpper sich dabei allwissend, erfahren wir, auch über eine mögliche Kanzlerkandidatur spekulieren sie nicht.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.10.2023

Die beiden Autoren Tobias Blasius und Moritz Küpper haben Erfahrung in der Porträtierung von NRW-Politikern: Erst Armin Laschet, jetzt Hendrik Wüst, hält Rezensent Tim Frehler fest. Die beiden haben für ihr Buch mit rund 100 Personen gesprochen, erfahren wir, sowohl politische Freunde als auch Kontrahenten helfen, ein beeindruckendes Bild einer trotz des vergleichsweise jungen Alters Wüsts schon lange bestehenden Karriere zu zeichnen. Auch sein Privatleben wird momenthaft verhandelt und verleiht dem Buch so Tiefe, findet Frehle, der Wüst nach der Lektüre als einen kalkulierenden "Machtwandler" versteht, der mit seinem intuitiven Verständnis von "Bildern und Botschaften" in der Lage ist, sich dem anzupassen, was der Betrieb verlangt. Einige Spezifika der NRW-Landespolitik sind vielleicht etwas schwerer zu durchdringen, räumt der Kritiker ein. Dennoch liegt ihm hier ein informiertes und aufschlussreiches Buch vor, auch wenn Henrik Wüst es nach wie vor schafft, die Frage nach seinem eigentlichen Wesen unbeantwortet zu lassen, so das Fazit.
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