Armin Laschet ist der vielleicht ungewöhnlichste deutsche Spitzenpolitiker der Gegenwart. Selbst in der eigenen Partei wurde der CDU-Mann aus Aachen eher belächelt. Er galt als zu weich, zu liberal, zu rheinisch. Er musste Niederlagen in Serie einstecken. In einem Politikbetrieb, der zunehmend von Personalisierung, Polarisierung und perfekt zur Schau gestellter Amtsautorität geprägt ist, wird einer wie Laschet leicht übersehen. Doch heute regiert er Deutschlands bevölkerungsreichstes Bundesland Nordrhein-Westfalen, führt den größten CDU-Landesverband und gehört zu den einflussreichsten Stimmen in Berlin. Laschet war ein früher Wegbereiter schwarz-grüner Annäherungen und Deutschlands erster Integrationsminister. Er fühlt sich dem europapolitischen Erbe Helmut Kohls verpflichtet und hält das Bewusstsein für die christlichen Wurzeln der "C"-Parteien wach. Wer ist dieser Armin Laschet also wirklich? Wie ist seine Karriere gegen viele Wahrscheinlichkeiten möglich? Und wo könnte der Weg noch hinführen?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.09.2020
Rezensent Roland Preuss ist so angetan von dem Porträt des jungen Armin Laschet, wie es die Korrespondenten von WAZ und DLF hier zeichnen, dass er am liebsten mit ihm "in eine WG ziehen" würde. Das aber ist auch eine Schwäche des Buches, findet der Rezensent, selbst wenn ihm die Charakterisierung des heutigen Ministerpräsidenten von NRW als fern des Karrierismus agierend auch wieder gefällt. So waren etwa die Themen Ökologie und Integration in Laschets Partei lange Zeit nicht gern gesehen und dennoch hielt er daran fest, was in diesem Buch gewürdigt wird. Für das Management der Corona-Krise finden die Autoren kritische Worte - aber ob Laschet als Kanzler der richtige Mann wäre, dieser so wichtige Aspekt kommt dem Kritiker entschieden zu kurz.
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