Aus dem Französischen von Christiane Landgrebe. Der Psychologe und Ethnologe Tobie Nathan ergründet das Wesen leidenschaftlicher Liebe in den weltweit und zu allen Zeiten verbreiteten Riten des Liebeszaubers. Er nimmt uns mit auf eine Reise um den Globus und folgt Paaren bis auf die Couch des Therapeuten. Und er zeigt: Es gibt tatsächlich Wege, um jemanden verrückt vor Liebe zu machen. Am Ende seiner Untersuchung liefert er sogar eine Liste der effektivsten Strategien, wie dies gelingt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2014
Mit gemischten Gefühlen hat Rezensent Karl-Heinz Kohl diese Studie des französischen Ethnologen und Psychologen Tobie Nathan über Liebeszauber gelesen. Fasziniert folgt er Nathans Ausführungen über verschiedene Praktiken der Liebesmagie, etwa wenn er erzählt, wie der Schriftsteller Michel Leiris in seinem autobiografischen Reisebericht seine Besessenheit von einer äthiopischen Priesterin beschreibt, wenn er die Parallelen von Geisterkult und romantischer Liebe aufzeigt oder wenn Nathan aus der eigenen psychologischen Praxis erzählt: Etwa die Geschichte einer französischen Chefredakteurin, die sich durch einen Vodoo-Zauber in einen Liebeswahn zu einem Taxifahrer in Peru steigerte. Zwar erfährt der Kritiker hier, wie sich durch Globalisierung, Arbeitsmigration und Tourismus eine für überwunden gehaltene Geisteshaltung langsam wieder ausbreitet, allerdings hätte er gerne auch Erklärungen für diese Rückbesinnung auf Vorrationales erhalten. Doch leider endet das Buch nicht mit wissenschaftlichen Erklärungen, sondern mit "Belanglosigkeiten" aus esoterischen Modeströmungen, bedauert Kohl.
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