Aus dem Amerikanischen von Klaus Binder und Bernd Leineweber. Über viele Jahrhunderte glaubten die Europäer, die Welt bestünde aus drei Teilen: Europa, Afrika und Asien. Stets vermuteten sie aber auch die Existenz eines vierten Weltteils. Doch dieser blieb unerreichbar, abgetrennt von einem riesigen Ozean, geheimnisvoll und mythisch. Bis zum Jahr 1507, als der deutsche Kartograph Martin Waldseemüller den vierten Kontinent erstmals in einer Karte einzeichnete. Er war den Berichten Amerigo Vespuccis gefolgt, der wenige Jahre zuvor die Ostküste Südamerikas erkundet hatte. Ihm zu Ehren hielt Waldseemüller den Namen "America" auf der Karte fest. Toby Lester schildert die Geschichte der Entstehung und Wiederentdeckung dieses einzigartigen Dokuments und erweckt dabei Stück für Stück das in ihm verborgene Weltwissen zum Leben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2011
Thomas Macho zeigt sich begeistert von dieser Art Wissenschaftsgeschichte, die um ein Artefakt herum aufgebaut ist. Bei Toby Lester handelt es sich um eine Weltkarte, genauer, um die sogenannte Waldseemüller-Karte von 1507, die der Autor zum Ausgangspunkt einer dreiteiligen Geschichte der Kartografie nimmt, für Macho zugleich eine Erzählung über die Macht der Bilder. Dank vorzüglicher Übersetzung, interaktiver Kartenlinks und einer lebendigen und aufschlussreichen Beschreibung davon, wie sich der Blick zwischen der Entdeckung der Alten und jener der Neuen Welt veränderte, weiß Macho am Ende, in welchem Maß intellektuelle Vorstellungen und Lektüren sowie Karten und ihre wissenschaftlichen Kontexte die Entdeckung der Welt beeinflussten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.01.2011
Für die schöne Buchgestaltung hat Rezensent Cord Aschenbrenner auch noch Augen. Aber zuallererst lobt er die Rechercheleistung, die Anschaulichkeit, die historische Genauigkeit und den Elan, mit dem der Autor Toby Lester in diesem Band eine Geschichte der Kartografie niederschreibt, die natürlich auch eine Ideengeschichte wird, weil sich vom Mittelalter bis zur Neuzeit doch allerhand getan hat in puncto Blick auf die Welt. Groß findet Aschenbrenner, wie Lester die Suche nach dem vierten Kontinent beschreibt, der Terra Nova, auch die Männer, die nach den Maßgaben Vespuccis die erste moderne Weltkarte schufen, sowie die dazugehörigen Verwicklungen, Intrigen etc.
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