Poetenladen, Leipzig 2026
ISBN
9783948305307 Gebunden, 112 Seiten, 22,80
EUR
Klappentext
"Wie tief hinab reicht das Erinnern", fragen die Gedichte in dem Band "Salz und Erinnern". Mit den Gedichten von Tom Schulz begeben wir uns auf eine Reise in die gleichermaßen nahe wie fernere Vergangenheit. Eine Reise, die auch vor drängenden Themen der Gegenwart nicht haltmacht. So setzen die Gedichte mit ihrer Sprachintensität der diagnostizierten Verrohung unserer Zeit ein Zeugnis der Poetisierung entgegen. In den Texten werden Orte eigener und fremder Geschichte aufgerufen - von der ehemaligen Stalinallee in Ostberlin über Budapest bis an der Donau. Es gibt Überblendungen und Rückbilder: das zerstörte Berlin, die Zeit des Austrofaschismus, die Nachkriegszeit, Serbien dreißig Jahre nach den Schrecken des Krieges. Im zentralen Kapitel führen die Gedichte ins Schicksalhafte, in einen Schwebezustand zwischen Leben und Tod. Die Zytostatika-Suite - benannt nach den Medikamenten der Chemotherapie - beginnt mit Bildern zwischen Wachen und Traum: "Hinter einer Blume liege ich und träume einen Sommertag aus süßen Gräsern ...".
Rezensent Alexandru Bulucz freut sich über diesen Gedichtband, der durchweg im Zeichen des Salzes steht. Verschiedene semantische Felder durchläuft das Salz bei Tom Schulz, es wird in seiner alltäglichen Form evoziert, als "Träger von Erinnerung und Stoff der Vergegenwärtigung", aber auch als Bestandteil von Tränen. Später geht es um historische Salz-Bezüge, giftige Salze wie das Blausalz führen via eines Paul-Celan-Verweises zum Holocaust "Salz wie Erinnern. Blausalz, Bittermandeln. / Der Tod ist gasförmig und farblos.", später tauchen auch Verweise auf die DDR auf. Nicht zuletzt spielen persönliche Erfahrungen des Autors, sein Krankheitserleben wie auch seine Familiengeschichte eine wichtige Rolle. Gerade wie es Schulz gelingt, diese verschiedenen Ebenen miteinander zu verbinden, macht laut Bulucz die Qualität dieses Bandes aus.
Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit Judith Hermann folgt den Spuren ihres Großvaters, der während des Zweiten Weltkriegs für die SS im polnischen Radom stationiert war. Sie verknüpft ihr Schreiben mit seiner… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Svenja Leiber: Nelka Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden… Bernhard Schlink: Gerechtigkeit Alle wollen Gerechtigkeit - immer für sich, manchmal auch für andere, selten für alle. Aber was ist Gerechtigkeit, und wie ist sie zu haben? Bernhard Schlink bietet weder…