Aus dem Finnischen von Gabriele Schrey-Vasara. Die dunklen Jahre des Zweiten Weltkriegs sind vorbei, und die Menschen in dem abgelegenen Städtchen im hohen Norden Finnlands beginnen wieder an die Erfüllung ihrer Sehnsüchte zu glauben. So auch Helenas Eltern, die dem Mädchen, das früh das Augenlicht verloren hat, ein selbstständiges Leben ermöglichen wollen. Sie schicken das Kind auf eine Blindenschule im tausend Kilometer entfernten Helsinki. Dort findet Helena zur Musik. Als junge Frau nimmt sie all ihren Mut zusammen, bewirbt sich am Sibelius-Institut, und Schritt für Schritt geht sie ihrer Eigenständigkeit entgegen. So wie Tuomas, Helenas Neffe, vier Jahrzehnte später. Auch er lässt seine Familie zurück und damit all die Erwartungen an ihn, die der junge Mann nicht erfüllen will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2019
Martin Halter lässt sich von Tommi Kinnunen in das Finnland der 60er Jahre entführen. Keine Zeit großer Freiheiten, stellt er fest, wenn der Autor Familiengeschichte und Historie miteinander verzahnt und das "Versteckspiel eines Schwulen" und die Ängste einer Blinden zu jener Zeit beschreibt. Heimlichkeiten, Homophobie und Diskriminierung sind laut Halter die Themen, die Kinnunen einfühlsam anfasst, sprachlich schlicht und präzise. Allerdings gelingt es dem Autor nicht, die beiden erzählten Außenseiterbiografien engzuführen, dafür sind die Schicksale zu verschieden, erklärt der Rezensent.
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