Tommy Wieringa

Dies sind die Namen

Roman
Cover: Dies sind die Namen
Carl Hanser Verlag, München 2016
ISBN 9783446247390
Gebunden, 272 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Bettina Bach. Sie waren dreizehn auf ihrer Flucht, jetzt sind sie nur noch fünf. Eine Gruppe illegaler Migranten wurde von skrupellosen Schleppern in der Steppe östlich der Karpaten ausgesetzt. Ob sie die Grenzen ihres Landes wirklich überquert haben, erfahren sie lange nicht. In der fiktiven Stadt Michailopol irgendwo in Osteuropa herrschen Gesetzlosigkeit und Korruption. Pontus Beg ist dort Polizeikommissar. Job, Wohnung und regelmäßiger Sex sind ihm sicher, aber etwas Entscheidendes fehlt. Der Polizist und die Flüchtlinge - wonach sind sie auf der Suche und was wäre es, das zu finden sich lohnt?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2016

Jan Wiele hat mit Tommy Weringas Roman ein rätselhaftes, starkes Buch zu annoncieren, das das Kunststück fertigbringt und zwei disparat erscheinende Handlungsstränge plausibel zusammenführt. Da ist zum einen eine Flüchtlingsgeschichte, die der Autor mit religiösen und philosophischen Bezügen anreichert und durch die Kollision von mythischer Hoffnung und harter Realität mit Spannung auflädt, wie Wiele erklärt, zum anderen erzählt Weringa von Menschen in einer Beamtenwelt auf der Suche nach Erleuchtung. Düster findet Wiele, wie der Autor die beiden Stränge zusammenführt, düster auch, wie hier die vermeintlichen Errungenschaften der Zivilisation in Frage gestellt werden. Dass der Roman mit einem Hoffnungsschimmer endet, macht ihn nur noch rätselhafter, findet Wiele.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.10.2016

Cornelia Geissler erschrickt über die Intensität des neuen Romans von Tommy Wieringa. "Dies sind die Namen" ist ein Flüchtlingsdrama, behandelt aber auch sehr eindringlich Fragen nach Moral und der Verteilung von Land, erklärt sie. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe geflüchteter Menschen, betrogen von einer Schlepperbande und in unbekannten Gebiet auf sich allein gestellt. Ein paralleler Handlungsstrang spinnt sich um Pontus Beg, einen seines Jobs überdrüssigen Polizisten in der fiktiven Stadt Michailopol, erfahren wir. Identifikation sucht der Leser in dieser kühlen Erzählung vergeblich, doch verliert das Werk dadurch keineswegs an Emotionalität, versichert Geissler, die sogar darüber staunt, wie viel Mitgefühl Wieringa ihr entlocken konnte.
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