Aus dem Niederlädnischen von Mirjam Pressler. Jeder wird mal wütend, sogar die friedlichsten Kreaturen. Aber selten ist der Umgang mit dem Ärger leicht, auch nicht in den Geschichten von Eichhorn, Erdferkel & Co. Hier streiten die Tiere um die Meisterschaft im Wütendsein: Der Kippschliefer ist wütend auf die Sonne, weil sie jeden Abend untergeht. Der Elefant ist wütend auf sich selbst, weil er ständig vom Baum fällt. Und der Igel ärgert sich, weil er noch nie so richtig zornig war. Doch als die Wut eines schönen Sommertages verschwunden ist, suchen die Tiere schnell nach Gründen, sich wieder aufzuregen.
Toon Tellegens und Marc Boutavants "Man wird doch wohl mal wütend werden dürfen" ist gewissermaßen ein pädagogisches Manifest für gerechtfertigte Wutausbrüche, findet Rezensentin Susanne Gaschke, und ja verdammt noch mal, "Man wird doch wohl mal wütend werden dürfen" hat recht, findet die Rezensentin: man darf, solange es gute Gründe dafür gibt. Und die haben die Tiere, die sich hier austoben dürfen, jedenfalls in ihrer Welt haben sie das, so Gaschke. Wenn man als Elefant zum zigsten mal wider besseren Wissen auf einen Baum geklettert ist und sich beim runterfallen weh getan hat, dann darf man wütend sein, und wenn man sich als unbekannter Klippschliefer hauptsächlich dadurch auszeichnet, dass man stundenlang in die Sonne gucken kann, dann darf einen die Nacht erzürnen, stimmt die Rezensentin zu und prophezeit diesem Kinderbuch den Rang eines modernen Klassikers.
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