Udo Ulfkotte

So lügen Journalisten

Der Kampf um Quoten und Auflagen
Cover: So lügen Journalisten
C. Bertelsmann Verlag, München 2001
ISBN 9783570001998
Gebunden, 416 Seiten, 23,52 EUR

Klappentext

Udo Ulfkotte hat zahlreiche Beispiele zusammengetragen, die von der schrägen Zeitungsente bis zur massiven politischen Manipulation mit internationalen Folgen reichen. Er schildert, wie die Öffentlichkeit für politische und wirtschaftliche Interessen durch gezielte Desinformation missbraucht und betrogen wird...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.06.2001

Ein gemeines Thema, bei dem man die eigene Person schlecht außen vor lassen kann. Udo Ulfkotte hat es dennoch versucht, was bei Wolfgang Gast auf heftigen Protest stößt. Glatt gelogen - so sein Resümee über Ulfkottes vermeintliches Enthüllungsbuch, das die Lügenproduktion der Medienmaschinerie unter die Lupe zu nehmen vorgibt. Als dreist, skrupellos und überflüssig, charakterisiert Gast das Buch des FAZ-Autors, der selbst schon aus Afrika berichtet hat und sich vor dem Kölner Verwaltungsgericht gegen den Vorwurf verteidigen musste, er sei von Shell "geschmiert" worden. Dass er den Prozess verlor, verstecke Ulfkotte elegant, teilt der Rezensent mit. Ansonsten: ein zusammenhangloses Aneinanderreihen von echten und vermeintlichen Falschmeldungen ohne jede politische Gewichtung, vermeldet der Kritiker, der eine Diskussion der journalistischen Ethik und Sorgfaltspflicht vermisst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.03.2001

Andreas Lehmann gesteht dem Buch, das Licht in das Dunkel journalistischer Lügen bringen will zwar zu, dass es sich immerhin um einen Versuch "kritischer Reflexion und Selbstreflexion" handelt, doch darüber hinaus kann er dem Buch nichts abgewinnen. Er kritisiert scharf die immer wieder bemühten "begrifflichen Dürftigkeiten", mit denen der Autor journalistische Arbeit würdigt und ärgert sich zudem über "stilistisch unschön formulierte "Nebensächlichkeiten". Zudem fehlt es ihm an "Leichtigkeit", Humor und kritischer Distanz, etwa wenn der Autor einen satirischen Angriff des Magazins "Titanic" als journalistische Unredlichkeit geißelt. Insgesamt fehlt es Lehmann in diesem Buch an "System", bei der Anordnung und Auswahl der Beispiele und am schmerzlichsten vermisst er "mediale Innenansichten", auf die der Autor völlig verzichtet.

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