Historische Wenden und politische Zäsuren hat Paul Lendvai, der 1929 in Budapest geboren wurde und seit 1957 in Wien lebt, etliche erlebt. Über vieles, was wir nur aus Lehrbüchern und den Nachrichten kennen, berichtet Paul Lendvai aus erster Hand - so zum Beispiel über den Aufstand in Ungarn 1956, das Ende des Kalten Krieges und die Wende 1989/90 in Mittel- und Osteuropa. Sein umfangreiches Wissen und sein Blick in die Vergangenheit helfen uns, heutige Politiker wie Václav Klaus und Viktor Orbán besser einzuschätzen und die komplexen Verflechtungen der Geschichte Osteuropas zu verstehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.01.2020
Eine Kritik, die wiederholt, was den Klappentext ziert, kann nicht befriedigen. Und tatsächlich geht Rezensent Wolfgang Taus über eine maue Beschreibung des Inhalts nicht hinaus, setzt keine eigenen Akzente und folgt in allem der Verlagsbeschreibung. Dass die Gefahr neuer populistischer Führer drohe, hat man womöglich schon woanders gelesen… Dass ein Journalist sich der Wahrheit verpflichtet fühlt - muss das extra gesagt werden? Am ehesten wird sich das Buch lohnen, so sucht man verzweifelt nach Positivem, für alle, die noch einmal gute Porträts von und Begegnungen mit George Soros und George Weidenfeld, Walter Laqeur und Melvin Lasky lesen möchten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2019
Michael Martens sieht Paul Lendvai die häufige Verwendung des Wortes "ich" in seinen Erinnerungen nach. Wer so viel Lebenserfahrung hat und Neugier, dem verzeiht Martens auch das Namedropping und freut sich lieber über oftmals pointierte Anekdoten und Begegnungen mit einem noch unbekannten Vaclav Klaus, Bruno Kreisky, Lord Weidenfeld oder Peter Härtling, der Lendvais Buch über Antisemitismus im Ostblock mit verhinderte, wie Martens weiß. Am aufschlussreichsten findet er den Band, wenn der ungarisch-jüdische Autor über ideologische Ängste berichtet, ohne im Rückblick zynisch zu werden, dafür mit umso mehr Verstand für aktuelle Parallelen.
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