1953 warnte Thomas Mann die Deutschen in seiner berühmten Hamburger Rede davor, jemals wieder nach einem "deutschen Europa" zu streben. Im Zuge der Euro-Krise ist nun jedoch genau das Realität geworden: Die stärkste Wirtschaftsmacht des Kontinents kann notleidenden Euro-Staaten die Bedingungen für weitere Kredite diktieren - bis hin zur Aushöhlung der demokratischen Mitbestimmungsrechte des griechischen, italienischen, spanischen - letztlich auch des deutschen Parlaments.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.10.2012
Ulrich Becks äußerst zeitrelevante Überlegungen zu einem deutschen Europa hinterlassen bei Elmar Brok einen zwiespältigen Eindruck. Immer wieder möchte er dem Autor zwar Recht geben, etwa, wenn Beck eine Kommunikationsebene Europa einfordert, Stichwort EU-Bankenaufsicht. Oder wenn der Autor gegen provinzielle Ökonomen wettert. Andererseits sieht Brok den Autor auch immer wieder übers Ziel hinausschießen. So scheint ihm Becks Wort vom "Merkiavellismus" ungerecht, nicht nur weil nationale Interessen stets eine Rolle spielen werden, wie Brok feststellt, sondern auch weil er Merkels "Zuwarten" prinzipiell für richtig und nicht für sehr egoistisch hält.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…