Die Gewalt, die die Geschichte der Beziehungen Europas zu Afrika von Beginn an prägt, spiegelt sich im Denken insbesondere der abendländischen Philosophie wider. Im westlichen Diskurs ist Afrika Stellvertreter einer radikalen Differenz, des ganz Anderen. Es symbolisiert in seiner "abnormalen Differenz die Identität des Eigenen" (V.Y.Mudimbe). Wie reagiert die Philosophie in Afrika auf ein Denken, das die eigene Wahrnehmung so nachhaltig beeinflusst hat? Welche unterschiedlichen Perspektiven auf die europäische Geistesgeschichte wurden entwickelt? Von diesen Fragestellungen geleitet, erarbeitet der Autor Ansätze zu einem afrikanisch-europäischen Dialog, der Philosophie als eine internationale Debatte versteht und darum bemüht ist, die Selbstbeschränkung der abendländischen Selbstreferentialität zu überwinden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2001
Der Abschied vom kolonialen Erbe kann auch auf dem Gebiet der Philosophie kein einfacher sein, so die Grundvoraussetzung von Ulrich Lölkes Untersuchung postkolonialer Philosophie in Afrika. Die "Suche der Subalternen nach Sprache" gestaltet sich schwierig. Senghors emphatische Affirmation der "négritude" erweist sich in Teilen als Wiederholung der "rassistischen Vorurteile Europas", referiert Steffen Gnam. Gleichfalls problematisch sei die Konstruktion einer "Philosophie bantoue" durch den jesuitischen Missionar Placide Frans Tempels: hier, so der Rezensent, werden Afrikas Kulturen zur "historischen Kuriosität". Gnam scheint dem Autor zuzustimmen, dass erstmals in den "Sage-Projekten" in den 70er Jahren, in denen die Weisen ländlicher Gemeinden selbst befragt wurden, Schritte in Richtung wirklicher Eigenständigkeit unternommen wurden.
Andreas Eckert ist eigentlich von dieser Studie zur afrikanischen Philosophie recht angetan. Dem Autor, der sich bemühe, philosophische Auseinandersetzungen "aus und über Afrika" zu vermitteln, sei ein "originelles Buch" gelungen. Leider, so der Rezensent bedauernd, ist es für den Laien ziemlich schwer verständlich, was zum einen an den mitunter ziemlich "verworrenen Formulierungen" liegt, manchmal aber auch schlicht an den viel zu langen Sätzen. Der Rezensent begrüßt es, dass diese aus einer Doktorarbeit hervorgegangenen Untersuchung mit dem arroganten Vorurteil aufräumt, es gäbe gar keine afrikanische Philosophie, auch wenn er kritisiert, dass es sich der Autor bei der Bestimmung einer solchen "ein wenig zu leicht" macht.
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