Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.08.2003
Forscher und Literaten erfassen ihr Objekt oft genauer und nuancierter, als es dem Betrachter lieb sein kann. Beide betrachten mit einem technisierten Blick, führt Rezensent Martin Krumbholz aus, der zum "Medium einer Weltanschauung" werde, "der nicht an Beschönigung gelegen ist", der aber oft die "innere Urteilsfähigkeit" abgehe. Auch Ulrich Stadlers literaturhistorische Untersuchung zur Optik könne diese schon immer vorhandene "Doppelbödigkeit" letztlich nicht aufheben, meint der Rezensent, auch wenn sich der Autor ihm mit "Mikro- und Teleskop nähert". Außergewöhnlich findet er den Aufbau von Stadlers Buch, welches die "Topographie eines Museums imitiere". Es sei dem Leser selbst überlassen, wo er in die Museumsführung einsteige, welchen Ausstellungssaal er sich als erstes ansehen wolle. Klar sei trotz unüblicher Struktur der rote Faden des Buches, nämlich die "bösen Entdeckungen", bemerkt der Rezensent, welcher denn auch vor "einem blauen Auge" warnt.
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