Das Geschäft mit dem Geld war schon immer eine etwas besondere Branche, hat sie es doch mit dem wichtigsten volkswirtschaftlichen Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel zu tun. Die Vermehrung dieses Mittels ist in der kapitalistischen Marktwirtschaft tendenziell zum dominanten Ziel geworden - bei manchen Akteuren, Privatpersonen ebenso wie Firmen vielleicht etwas allzu sehr. Stichworte wie 'Geldgier' und 'Abzockerei', 'kreative Buchführung', immer neue Varianten maßloser oder betrügerischer Geldmacherei sowie die internationale Rolle des schweizerischen Bankgeheimnisses als Steuerhinterziehungsgeheimnis sind in jüngster Zeit immer mehr in den Brennpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit und Kritik gerückt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2003
Willy Zeller setzt sich mit einer äußerst kritischen Studie von Ulrich Thielemann und Peter Ulrich zur Ethik im Bankenwesen auseinander. Selbst dem Auftraggeber der Studie, dem Bankier Gerrit van Riemsdijk, seien die beiden in ihren Auffassungen ein wenig zu kritisch, weiß der Rezensent. Dabei lassen die Autoren positive Anstrengungen in der Schweiz, Missbrauch entgegen zu wirken, zwar nicht unter den Tisch fallen, hervorstechender jedoch würden die negativen Aspekte der Bankenethik, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Bankgeheimnis, untersucht. Dennoch könne man dem Vorgehen der Autoren nicht den Vorwurf der Voreingenommenheit oder Linkslastigkeit machen, da sich ihre Studie durch "methodische Qualität und sorgfältig belegte Argumentation" auszeichne.
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