Aus dem Englischen von Nicola T. Stuart. Im August 2021 berichtete eine Gruppe kreativer Schriftstellerinnen in Afghanistan über die politischen Unruhen und den Fall von Kabul. Diese Frauen waren gerade dabei, eine Kurzgeschichtensammlung zu veröffentlichen, als ihre Welt aus den Fugen geriet. Indem sie über WhatsApp-Nachrichten in Verbindung blieben, schufen sie eine Lebensader, einen lebenswichtigen Raum, um ihre Kreativität am Leben zu erhalten, sich gegenseitig zu unterstützen und Zeugnis von den Ereignissen zu geben, die sich um sie herum abspielten. "Geliebtes Kabul" ist ihre Geschichte und ein kollektives Tagebuch über ein Jahr unter den Taliban. Während sie zusahen, wie Städte fielen, Schulen geschlossen wurden, Familien sich veränderten und Freiheiten verschwanden, erzählten sie Geschichten von Chaos, Protest und Flucht. Als Gruppe reflektierten sie über die Bandbreite weiblicher Erfahrungen: Mütter und Ärztinnen, Studentinnen und Lehrerinnen, diejenigen, die unter den Taliban gelebt hatten, und diejenigen, die es sich nicht vorstellen konnten. Indem sie ihre Geschichten erzählten, schufen sie einen Ort der Gemeinschaft und der Stärke im Angesicht des Terrors.
21 Frauen haben sich während der Machtübernahme der Taliban 2021 in einer Whatsapp-Gruppe zusammengefunden und das Geschehene miteinander geteilt, erklärt Rezensent Jens Uthoff. Er liest hier von einem Rückfall in archaische Zeiten, einem Überfall der "Blutdürstigen", wie eine Frau schreibt. Ein Jahr der Taliban-Herrschaft beziehungsweise das Erleben jener Frauen, die ins Exil geflohen sind, wird hier abgebildet. Er entnimmt ihren Schilderungen nicht nur die Angst vor der Talibanherrschaft, sondern erfährt auch von einer afghanischen Männlichkeit, die deren frauenverachtendes Handeln unterstützt, es geht aber auch um weniger bekannte Themen, wie die schwierige Lage der schiitischen Hazara-Minderheit. Auch im Exil ist es für die Frauen nicht einfach, lesen wir, im Iran beispielsweise gibt es viele Vorurteile gegenüber afghanischen Menschen. Eine schwere Lektüre, findet Uthoff, aber eine, die durch den Zusammenhalt der Frauen auch Kraft zu spenden vermag.
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