Alles ändert sich für David Rudan, als er der Sängerin Simone Thalmann begegnet. Die Liebe zu ihr setzt ihn, den eine Krankheit lange zurückgeworfen hatte, in Bewegung: David bricht auf, schreibt, reist - und beginnt auf dieser Suche sich mit Alban Berg zu beschäftigen: mit dem Komponisten, für den sich alles änderte, als er sich in die Prager Jüdin Hanna Fuchs-Werfel verliebte. Über zehn Jahre schrieb er ihr Briefe; seine - unerfüllte - Liebe wurde ihm zum Antrieb für sein Schaffen, seine Musik. Indem David der Geschichte Alban Bergs nachgeht, um, wie er sagt, das Eigene im Fremden zu suchen, findet er Antworten auf seine Fragen nach den Möglichkeiten und Grenzen der Liebe, nach ihrem Scheitern und ihren Utopien.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.04.2005
Zwei "Nöte" scheinen Urs Faes' neuen Roman zu "grundieren", schreibt Rezensentin Beatrice Eichmann-Leutenegger: Die Liebe wird in einer Zeit der "Ernüchterung" immer schwieriger und auch darüber zu schreiben, fällt nicht leicht. Ihr gefällt deshalb Faes' Idee, eine fiktive Liebesgeschichte der Gegenwart, deren "Tragkraft" der Autor nicht so ganz "traut", mit der realen Beziehung zwischen dem Wiener Komponisten Alban Berg und der Prager Industriellengattin Hanna Fuchs zu verknüpfen. Doch auch wenn der Autor die beiden Handlungsstränge "unaufdringlich" verbinde und sein Buch voller "schlanker, bisweilen lyrisch getönter" Prosa stecke, zeigt sich die Kritikerin nicht vollends überzeugt. Ihr scheint der Text mitunter ein wenig "blass", besonders wenn es um das "Faszinosum" der Leidenschaft zwischen Berg und Fuchs geht. Auch dass manch wichtige Person aus dem "Berg-Kreis", wie etwa Alma Mahler oder Adorno bloße "Statisten" blieben, stört sie. Ein etwas "pointierterer Gestus" wäre hier wünschenswert gewesen.
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