Der Offizier als ein zentraler Typus deutscher Kulturgeschichte - eine neue Sichtweise. Nahezu zwei kriegerische Jahrhunderte lang war er Täter und Opfer zugleich. 14 AutorInnen untersuchen kritisch seinen Werte- und Tugendkanon. Konstitutiv ist der Wille - zum Kampf, zum Sterben, zum Töten und zum gesellschaftlichen Aufstieg.
Karl-Heinz Janssen ist begeistert von diesem Sammelband über den deutschen Offizier, denn so etwas habe es noch nicht gegeben. Die Aufsätze beleuchten das Phänomen von allen Seiten und besonders die Betrachtung des Offiziers in der Literatur ist eine sehr vergnügliche Lektüre, schwärmt der Rezensent. Er lobt, dass die Autoren keinen Aspekt "ausgespart" und dass sie ihr Thema auf "originelle Weise" dargestellt haben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.05.2000
Über den Offizier als das prägende Ideal der Männlichkeit in Deutschland von der Zeit der Befreiungskriege bis zum Zweiten Weltkrieg sei in den 15 Aufsätzen dieses Bandes einiges zu erfahren, konstatiert der Rezensent mit dem Kürzel "jah." in einer Kurzkritik des Bandes, auch wenn er bei der Lektüre auf manche Wiederholungen gestoßen ist. Die Beherrschung des Willens, aber auch die Ideale des Adels, die eine ideale Projektionsfläche für das Bürgertum bildeten, seien dabei zentrale Begriffe. Nur eines stört den Rezensenten an dem Band: Er stelle nicht die Frage wie aus dem "Willen zum Töten" des 19. Jahrhunderts der "Wille zum Morden" im 20. Jahrhundert werden konnte.
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