Achtzig Jahre nach dem Kriegsende hat die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Ersten Weltkrieg in Europa und in den USA eine Renaissance erfahren. Im vorliegenden Tagungsband des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes kommen Historiker aus dem In- und Ausland zu Wort, die sich mit der ganzen Bandbreite des ersten in Europa geführten ,modernen´ Krieges beschäftigen. So finden sich neben seit längerem erprobten Ansätzen zur Erforschung des "Großen Krieges" in diesem Band auch jüngste historiographische Zugänge, die mit Blick auf das Kriegsgeschehen mentalitätsgeschichtliche Fragestellungen aufgreifen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.09.2000
Dieser Band versammelt 25 Aufsätze, die das Ende des Ersten Weltkriegs mit verschiedenen methodischen Ansätzen untersuchen: neben herkömmlicher Militärgeschichte, die Schlachten und Strategien untersucht, gibt es, so der Rezensent Werner Bührer, hier auch die Untersuchung "alltags-, kultur- und mentalitätsgeschichtlicher Aspekte". Das Buch vereint drei Themenblöck: militärische Operationen, Kriegsalltag an der Front und die Frage nach den Gründen für den geplanten Flottenvorstoß der Seekriegsleitung. Es sei gar nicht die Absicht des Bandes, stellt Bührer fest, "neue Interpretationen zu offerieren". Der Stand der Forschung werde aber "differenziert" dargestellt.
Karl-Heinz Janssen zeigt sich sehr angetan von diesem Buch. "Noch nie" seien die Ereignisse von 1918 "so anschaulich" und gleichzeitig mit "modernen wissenschaftlichen Methoden" dargestellt worden, findet er. Er lobt die verschiedenen Perspektiven der Beiträge und hebt besonders einen Text über Kriegerdenkmäler und den Beitrag über Otto Dix hervor, der als Kriegsmaler tätig war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2000
Johannes Hürter fand in diesem Sammelband über das Ende des Ersten Weltkriegs aus der Sicht der deutschen Generäle, aber auch der einfachen Soldaten, offensichtlich eine sehr inspirierende Lektüre. Er weist einerseits auf die Beiträge von Dieter Storz und Michael Epkenhans hin, die die letzte Offensive des deutschen Heeres an der Westfront aus der Perspektive des Generalstabs schildern - sie sollte eigentlich zum "Siegfrieden" führen und endete dann in einer "unverantwortlichen `Konkursverschleppung`". Und andererseits spricht Hürter über die Beiträge von Benjamin Ziemann und Klaus Latzel, die die Auswirkungen der fehlgeschlagenen Offensive und die Niederlage vom November 1918 "von unten" schildern - mit all den bekannten Folgen für die kollektive Psyche der Deutschen. Der Band zeigt für Hürter, wie wichtig eine "vergleichende" Militärhistorie ist und wie sehr auch mentalitätsgeschichtliche Ansätze einfließen sollten. Er wünscht sich am Ende seiner Kritik eine Darstellung der ganzen Epoche der Weltkriege aus ähnlicher vergleichender Sicht.
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