Wahrnehmungen, Gebrauchsweisen und sozioökonomische Folgen der Computernutzung
bis zum Aufkommen des PCs.
Die Verbreitung des Computers zählt zu den wichtigsten Veränderungen der jüngeren Zeitgeschichte. Bereits seit Mitte der 1950er Jahre setzten zunächst große Unternehmen und Behörden, dann auch das Militär und Sicherheitsdienste zunehmend Computer ein. Die Zeitgenossen diskutierten intensiv die Auswirkungen der Computernutzung und bewerteten sie als einen tiefgreifenden Umbruch. Dennoch hat sich die Zeitgeschichtsforschung bislang kaum mit dem Beginn des digitalen Zeitalters beschäftigt.
Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes untersuchen die Verbindungen zwischen technischem und gesellschaftlichem Wandel als einen evolutionären Prozess, der selten gradlinig verlief. Klassische Themen der Zeitgeschichtsforschung, wie die Geschichte der Inneren Sicherheit, des Wohlfahrtsstaats und des Bankenwesens, der Arbeitswelt, der Verwaltung, aber auch von Protest- und Subkulturen werden auf diese Weise neu betrachtet. Dabei wird aufgezeigt, inwieweit Computer die Kontroll-, Betriebs- und Machtgefüge veränderten. Die Bundesrepublik steht im Vordergrund, jedoch mit vielfältigen Seitenblicken auf grenzübergreifende Verflechtungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2019
David Gugerli erfährt aus dem Sammelband von Frank Bösch, wie die Technisierung der Gesellschaft in der Bundesrepublik zwischen 1955 und 1990 und die gesellschaftlichen Reaktionen darauf abliefen. Als Sozialgeschichte des Computers bietet der Band ihm Einblicke in die Effekte der Computerisierung für Sicherheit und Demokratie, die polizeiliche Arbeit, die Verwaltung und Forschung der Bundeswehr u. a. Sowohl über die Bedingungen als auch über die Möglichkeiten und Gefahren der IT-Entwicklung klären die Beiträge den Rezensenten auf, vor allem aber über die Unausweichlichkeit der Technisierung. Eine für die Digitalisierungsdebatte nützliche Lektüre, findet Gugerli.
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