Uwe-Michael Gutzschhahn (Hg.)

Liebe bis aufs Blut

Neun Geschichten über die Eifersucht (ab 14 Jahre)
Cover: Liebe bis aufs Blut
Carl Hanser Verlag, München 2001
ISBN 9783446200432
Gebunden, 144 Seiten, 10,23 EUR

Klappentext

Neun junge deutschsprachige Autorinnen erzählen moderne Mädchengeschichten über das Gefühl der ersten großen Liebe und die Eifersucht, die sich breit macht - aus Liebe, mit tödlichem Gift. Mit Texten von Simone Buchholz, Tanja Dückers, Jenny Erpenbeck, Alexa Hennig von Lange, Judith Hermann, Zoe Jenny, Silvia Szymanski, Alissa Walser und Maike Wetzel.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2001

Viel hält der Rezensent nicht von der "Damenriege der jungen deutschen Literatur", die eingeladen wurde, für eine jugendliche Leserschaft das Gefühl Eifersucht auszuloten: Michael Schmitts Rezension ist ein klarer Verriss, kurz, sichtlich genervt und ziemlich gründlich. Ob bei Alexa Hennig von Lange, Alissa Walser, Jenny Erpenbeck, Tanja Dückers: Schmitt findet überall nur "konfektionierte Belanglosigkeiten", einen "Hauch von Jargon" und "weichgespülte Girlie-Philosophie". Sogar sein gnädiger Versuch, den einen oder anderen Beitrag als "Rollenprosa" gelten zu lassen, hilft ihm nicht weiter. Erstaunt registriert er, dass die meisten Texte klingen, "als habe eine altjüngferliche Tante ihrer Nichte beim Aufsatz geholfen - und dabei nur anbiedernde Lehrstücke hervorgebracht". "Fräuleinwunder" eben. Folgerichtig prophezeit (oder wünscht?) Schmitt dem "sterilen" und lediglich "durchbuchstabierten" Projekt ein absehbares Verfallsdatum und kann sich nur einen sinnvollen Ort für die Lektüre vorstellen: die Damentoilette der Disco.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2001

Ralf Schweikart ist über diese Anthologie zum Thema Liebe und Eifersucht aus zwei Gründen freudig überrascht. Erstens findet er es gut, dass es sich in den neun Geschichten nicht um die "rosaroten Wolken" des Verliebtseins dreht, sondern um die Schattenseite der Liebe. Und zum Zweiten ist er begeistert, dass es sich bei den Autorinnen durchweg um "junge deutschsprachige" und zudem "hochgelobte" Schriftstellerinnen handelt, die nicht aus dem Jugendbuchfach kommen. Von den meisten Geschichten ist er dann auch sehr angetan, nicht zuletzt deshalb, weil die Schreiberinnen ihrem "Stil treu" blieben und auf moralische Überlegungen verzichteten. Lediglich die Erzählungen von Judith Herrmann und Zoe Jenny stoßen auf massive Kritik, zumal der Rezensent letztere ohnehin "überschätzt" findet. Jennys Text bemängelt er als ebenso "durchsichtig wie behäbig", Herrmanns Geschichte dagegen fuße auf einer "dünnen Idee", die dann allzu "dick ausgewalzt" werde.

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