Glanzvoller Herzog und grausamer Heerführer, Förderer der Künste und korrupter Kardinal, Liebhaber der schönsten Frauen Italiens und skrupelloser Machtpolitiker: Cesare Borgia war "der Fürst" und die Renaissance. Nennt man seinen Namen, hat man die ganze Renaissance vor Augen: Eine Welt voller unsterblicher Kunstwerke, von Glanz und Größe, von Luxus und Ausschweifungen, von Liebe und Tod. Cesare Borgia (1475 - 1507) verkörpert diese Zeit wie niemand sonst: Als Sohn des berüchtigtsten Papstes der Kirchengeschichte, Söldnerführer und Machtpolitiker, scheiterte er nur knapp bei dem Versuch, Italien zu einigen und König zu werden. Leonardo da Vinci arbeitete für ihn, sein Bewunderer Machiavelli nahm ihn zum Vorbild für den "Fürsten". Uwe Neumahr schreibt eine Lebensgeschichte, die die ganze Faszination dieses Mannes widerspiegelt und doch objektiv untersucht, wer Cesare Borgia wirklich war. Jedes Verbrechen hat man ihm angedichtet - aber was davon ist wahr?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.03.2007
Durchaus eingenommen ist Volker Reinhardt für diese Biografie des Renaissance-Fürsten Cesare Borgia, die Uwe Neumahr vorgelegt hat. Seine Besprechung kreist vor allem um einen Punkt: die hybride Gattung dieser Biografie. Die heute so populäre History fiction hält er generell für problematisch. Aber im vorliegenden Fall scheint ihm die Mischung aus Fakten und Fiktion durchaus gelungen. Mit Fiktion meint er hier die Art und Weise, wie Neumahr seinem Protagonisten immer wieder in die Seele blickt, wie er Grübeln, Sinnen oder Begehrlichkeiten Borgias schildert. Dabei bescheinigt er dem Autor, überaus empathisch vorzugehen, die jeweiligen Umstände und Szenarien einzubeziehen und sich so immer im Reich des Denkbaren, ja Plausiblen zu bewegen. Den wissenschaftlichen Nutzen dieses Verfahren findet Reinhardt allerdings begrenzt. Zitierfähig scheint ihm das Werk jedenfalls nicht. Dazu kommt, dass das Buch vor allem aus Sekundärliteratur gearbeitet ist, die, wie Reinhardt anmerkt, freilich hervorragend ausgewählt ist. Dennoch kann er das Buch, History fiction hin oder her, nur zur Lektüre empfehlen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.03.2007
Nach ausführlichen Erwägungen über die historische Figur Cesare Borgias und die morbide Faszination, die sie im vorletzten Fin de siecle bis hin zu Nietzsche und den Nazis auslöste, macht Rezensent Manfred Schwarz auch einige Anmerkungen zu Uwe Neumahrs neuer Biografie, die nicht ganz die Höhe der vorgenannten Erwägungen zu erreichen scheint. Weder Erkenntnisgewinn noch Lesevergnügen hat sie ihm gebracht, bemängelt Schwarz. Andererseits lobt Schwarz die Akkuratesse der Information bei Neumahr, die das Buch immerhin zu einem "bedenkenlos empfehlenswerten Wegweiser" durch das Leben des historischen Dunkelmanns mache. Nur über die prallsten Episoden, die man sich bis heute so über ihn erzählt - Gruppensex im Vatikan und so weiter - hätte er gern noch mehr erfahren.
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