Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2000
Die Sympathie Joachim Kaisers für dieses Buch ist ihm in seiner Rezension deutlich anzumerken - auch wenn er bei Seth Schwächen in der „literarischen Darstellungskunst“ ausmacht. Die Traumata des Protagonisten sind seiner Ansicht nach nicht wirklich nachvollziehbar und überzeugend geschildert, jedoch hat er viel Lobendes über Seths Umgang mit der musikalischen Thematik zu sagen. Bücher, die sich mit der musikalischen Materie beschäftigen, kranken in Kaisers Augen oftmals entweder an mangelndem Fachwissen oder einer so spezialisierten Dastellung, dass selbst „wohl informierte musikalische Laien“ nicht folgen können oder mögen. Seth hingegen sei einerseits seine Fachkenntnis anzumerken, gleichzeitig erfahre man viel über den Alltag, die Probleme und Hoffnungen von praktizierenden Musikern. Dabei weiß Kaiser Seths „überfeine Seelen-Zartheit“, seine Ironie und seine deutlich spürbare Liebe zur Materie besonders zu schätzen. Von einem fachlichen Fehler abgesehen, ist die Übersetzung Annette Grubes seiner Meinung nach gelungen, allerdings läßt Kaiser kein gutes Haar an der Übertragung der kleinen eingestreuten Verse Seths von Eberhard Breidert: Hier diagnositiziert Kaiser spürbar genervt eine „Reim-Dich-oder-ich-fress-Dich“-Schwäche.
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