Gidon Kremer, einer der großen und aufregenden Geiger unserer Zeit, blickt zurück auf einen wichtigen Abschnitt seiner künstlerischen Entwicklung und seiner Karriere. Die Erfahrungen mit der Sowjetunion, einem Weltreich vor dem Zusammenbruch, mit den Widersprüchen eines totalitären Regimes, schließlich seine Erlebnisse als gefeierter Geiger im Westen zeichnen das klare Bild einer turbulenten Epoche. Wie wurde ein Tschaikowsky-Preisträger im eigenen Land behandelt? Wie konnte er seine Musik und sich von ideologischen Zwängen freihalten? Wie als "sowjetischer Künstler" im Westen leben und spielen? Kremer erzählt auch von seiner Kunst, seinem immensen Repertoire und von den großen Musikern seiner Zeit wie seinem Lehrer David Oistrach, wie Mstislaw Rostropowitsch, Swjatoslaw Richter oder Dmitri Schostakowitsch
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2003
Dieses Buch des großen Geigers Gidon Kremer ist nicht einfach die Fortsetzung seiner Autobiografie, sondern Auseinandersetzung mit einem sehr spezifischen Teil seiner Vergangenheit, nämlich den Jahren in der Sowjetunion. Beschrieben werden die Umstände, unter denen er, aber auch andere Musiker, dort ihren Beruf ausüben konnten - oder auch nicht. Kremer schildert, nicht ohne "Selbstzweifel", so Harald Eggebrecht, wie das politische System "Missgunst und auch Verrat" begünstigte und entwickelt so etwas wie eine "Porträtgalerie des 'Musicus sowjeticus'", die nicht sehr "erheiternd", dafür aber sehr "erhellend" ist. Erwähnung finden die Dirigenten Kondraschin, Roschdestwenski oder Swetlanow, die sich in unterschiedlicher Weise zwischen Anpassung, Widerstand und Exil bewegten. Sich selbst beschreibt Kremer als "zwischen Mut und Kleinmut" schwankenden "Grenzgänger" und verschweigt auch sein "Unbehagen im westlichen Musikbetrieb" nicht.
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