Aus dem Französischen von Ruth Herzmann. Die Geschichte Pygmalions, des Bildhauers aus Zypern, der sich in die von ihm geschaffene Statue verliebt, die die Götter großherzig zum Leben erwecken, ist eine der großen Erzählungen über das Verhältnis von Kunst und Illusion. Ihre Bedeutung ist jedoch eine ganz andere als die von anderen "Ursprungsmythen", wie etwa dem über die "Trauben des Zeuxis", an denen die Vögel picken, oder dem vom "Schattenporträt", das die Tochter von Dibutades anfertigte, ehe ihr Geliebter sie verließ. Die Besonderheit der Geschichte von Pygmalion liegt darin, dass seine Statue nichts (und niemanden) imitiert, sie ist vielmehr ein Ergebnis der Imagination und "Kunst" des Bildhauers. Die Frauengestalt, die er von den Göttern zur Gemahlin erhält, ist ein seltsames Geschöpf, das zwar mit Körper und Seele versehen wird, aber dennoch ein Simulacrum oder Trugbild bleibt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.03.2012
Ausgesprochen gefesselt ist Sabine Haupt dem Freiburger Kunsthistoriker Victor I. Stoichita auf seiner Spurensuche nach dem Pygmalion-Mythos und seinem Niederschlag in Bildender Kunst, Literatur, Fotografie und Film gefolgt. Kenntnisreich und packend lässt sich die Rezensentin nicht nur die Herkunft des Mythos von der belebten Statue aus der antiken Theorie des Trugbildes herleiten, sondern nimmt auch interessiert die erotische Komponente des Pygmalion-Mythos zur Kenntnis. Besonders "erhellend" fand Haupt in diesem Zusammenhang Stoichitas Interpretation von Hitchcocks "Vertigo".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2011
Ralph Ubl zieht eine wichtige Lehre aus dieser Studie zum Pygmalion-Mythos von Victor I. Stoichita: Wie geübt der Mensch ist im Umgang mit Trugbildern und welchen Nutzen er daraus zieht, lehrt ihn der Kunsthistoriker anhand von Einzelinterpretationen, die Ubl allesamt für gut beobachtet hält. Angenehm erscheint ihm, dass Stoichita sich seinem Thema entspannt nähert, ohne die Simulation und ihre Mittel zu verteidigen oder zu verdammen. Seine genauen Analysen historischer Verwandlungsmomente, wenn die Frau sich in das Objekt der Begierde eines männlichen Betrachters verwandelt, lassen für Ubl zwar nur eine begrenzte Anzahl immer wiederkehrender Kunstgriffe (angenehme Zimmertemperatur, effektives Betatschen) zutage treten, die Wirkung war jedoch stets magisch.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…