Aus dem Finnischen von Elina Kritzokat. Handlettering von Tinet Elmgren. Es ist schwer, dem Herrn alles recht zu machen. Wieso hat der liebe Gott uns mit Neugier geschlagen, wenn er nicht will, dass wir vom Baum der Erkenntnis essen? Auf diese grundsätzliche Frage weiß auch Ville Ranta keine Antwort - aber sein "Paradies" ist dennoch tröstlich in seiner Heiterkeit und Farbenpracht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.03.2026
Seit ihrem Aufsehen erregenden Debüt "Schneeweißchen und Russenrot" liefert die polnische Starautorin Dorota Maslowska eine radikale Literatur, die kein Thema der polnischen Gegenwart unbehandelt lässt, freut sich Rezensentin Viktoria Großmann. Und auch in ihrem neuen Roman "Paradies", der eigentlich eher eine Sammlung von Geschichten sei, wie Großmann bemerkt, widme sich Maslowska den polnischen Obsessionen - von der Marienerscheinung über den Turbokapitalismus bis zum nationalen Minderwertigkeitskomplex. Viel Wahres entdeckt die Rezensentin in diesem Werk, besonders einprägsam findet sie das Motiv der "magischen Wunde", aber sie erkennt auch eine deutliche Verzerrung der Realität. Dass sich hinter dem polnischen Aufstieg nur "Verdruss und Kokain" auftun soll, mag Großmann nicht glauben. Olaf Kühls Übersetzung bewertet sie dagegen ohne jede Einschränkung als "Wunderwerk".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2012
Auch für Ungläubige ist die biblische Geschichte vom Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies von Interesse, wirft sie doch weitreichende, auch philosophische Fragen auf. Die Variationen dieses Mythos, die der finnische Comic-Autor Ville Ranta jetzt vorgelegt hat, kommen nach Ansicht von Christian Gasser mit viel Witz daher. Ihm gefällt die Leichtigkeit von Rantas Zeichnungen, die Farbgebung, ihre Wärme und Buntheit. "Paradies" scheint ihm eine Art satirischer Essay, der aber nicht auf plumpe Religionskritik aus ist. Bei aller Satire und allem Humor nämlich liegt dem Werk in seinen Augen eine ernsthafte und gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema zugrunde. Und zugleich wirkt das unaufgeregte Werk auf ihn eher wie ein leichtes Notizbuch voller Skizzen und Gedanken als ein schweres philosophisches Traktat.
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