In Virginia Woolfs künstlerischem Schaffen waren die Jahre 1925 bis 1930 eine besonders produktive Zeit. "Mrs Dalloway", von ihr selbst einmal als der gelungenste ihrer Romane bezeichnet, und der erste Band der Essaysammlung "Der gewöhnliche Leser" kamen 1925 heraus, von der Presse viel beachtet und gelobt. Im folgenden Jahr nahm der Roman "Zum Leuchtturm" Gestalt an; er erschien 1927. Auch der erste Entwurf zu "Die Wellen" fällt in diese Zeit. Orlando, ihre Huldigung an Vita Sackville-West, schrieb sie innerhalb eines halben Jahres, von Oktober 1927 bis März 1928. Im Februar 1930 schließlich erschien ihr berühmter großer Essay "Ein Zimmer für sich allein".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999
Auf eine spirituell suchende Virginia Woolf fühlt sich Margrit Irgang durch die Lektüre verwiesen. Weder Gefühlsausbrüche noch besonders lebendige Schilderungen des Alltags seien in Band 3 des Tagebuchs zu finden. Vielmehr erfährt man von der beeindruckenden Arbeitsleistung dieser Jahre ("sie schreibt vier Bücher..., druckt und verkauft Bücher ihrer Hogarth Press, lektoriert Manuskripte, liest exzessiv, schreibt Artikel und Rezensionen, hält Vorträge, reist, bäckt Brot..."), und erhält nebenbei eine Ahnung vom Überschreiten einer "Schwelle". "Wirklichkeit", so Woolf, sei etwas "Abstraktes", das in der Landschaft "oder im Himmel zu Hause ist". Der Kampf gegen ihre Depressionen, den die englische Schriftstellerin 11 Jahre später aufgeben und sich umbringen wird, sei hier zwar präsent, meint Irgang, dennoch hätten diese fünf Jahre "vielleicht zu ihren besten" gehört. Leider kein Hinweis auf die Leistung der Übersetzerin Maria Bosse-Sporleder.
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