März 1930: Der Tod einer Schauspielerin führt Gereon Rath in die Studios der Filmmetropole Berlin. Der junge Kommissar lernt die Schattenseiten des Glamours kennen und erlebt eine Branche im Umbruch. Der Tonfilm erobert die Leinwände, und dabei bleiben viele auf der Strecke: Produzenten, Kinobesitzer - und Stummfilmstars. Die gefeierte Schauspielerin Betty Winter wird bei Dreharbeiten zu einem Tonfilm von einem Scheinwerfer erschlagen, und zunächst sieht alles nach einem Unfall aus. Bis Gereon Rath, der Kölner Kommissar in der Berliner Mordinspektion, Indizien entdeckt, die auf Mord hindeuten. Während die Kollegen den flüchtigen Beleuchter verdächtigen, ermittelt Rath auf eigene Faust in eine andere Richtung - und steht schnell alleine da. Eine zweite Schauspielerin wird tot aufgefunden und gibt der Polizei Rätsel auf. Die Todesursache ist unklar, aber es handelt sich um ein Gewaltverbrechen: Der Leiche fehlen die Stimmbänder.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2009
Katharina Teutsch ist vom zweiten Kriminalroman um Kommissar Gereon Rath, der in den 20er Jahren in der Berliner Stummfilmszene ermittelt, mäßig begeistert. Volker Kutscher ist es durchaus gelungen, das Zeitkolorit einzufangen, urteilt die Rezensentin, aber sie kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass ihm der Fall eines ermordeten Filmstars und zweier sich bekämpfender Poduktionsfirmen lediglich als Vorwand für seine historische Kulisse dient. Zudem sind Kutschers zeittypischen Schilderungen der Rezensentin etwas zu vorhersehbar und insbesondere der Kommissar, was seine politischen Ansichten angeht, allzu gradlinig. Die Versuche, dem Krimi mittels moralisch zweideutiger Nebenfiguren einen "Hauch von Noir" zu verleihen, gelingt in den Augen Teutschs leider auch nicht so recht und so hafte dem Roman eher das Flair einer "gezierten Variete-Nummer" an, wie sie spöttelt.
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