Margherita Costa, Christine Wunnicke

Die schöne Frau bedarf der Zügel nicht

Porträt, Werkauswahl und Übersetzung von Christine Wunnicke
Cover: Die schöne Frau bedarf der Zügel nicht
Berenberg Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783949203480
Gebunden, 264 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Zweisprachige Ausgabe. Margherita Costa - nie gehört? Nach 400 Jahren wird es Zeit! Schließlich war die um 1600 geborene Römerin die wohl profilierteste Schriftstellerin ihrer Generation. Ihr wildes, respektloses und genresprengendes Werk war jahrhundertelang völlig vergessen. Costawar Opernstar und Kurtisane, Intima dreier Papstfamilien und Räuberbraut, Feministin und Pornografin, Mutter vieler Töchter unklarer Herkunft und die wohl erste Satirikerin der Welt. In Florenz wagte sie sich an Textsorten aller Art - von der Liebeslyrik bis zur Sexkomödie, von der Autofiktion bis zum Pferdeballett. Aus ihrer Dichtung strahlt die Sinnlichkeit in so grellen Farben, dass man beim Lesen gern zur Sonnenbrille greift.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2023

Eine äußerst erstaunliche italienische Dichterin darf Kritikerin Katharina Teutsch dank Christine Wunnicke kennenlernen: Margherita Costa war, neben der Schriftstellerei, unter anderem Nonne, Prostituierte, Mutter und Geliebte eines kalabrischen Auftragsmörders, wovon auch ihr umfangreiches und ebenso breit gefächertes Werk erzählt. Christine Wunnicke, die Teutsch schon als Freundin obskurer Literaturgestalten kennt, hat eine Auswahl getroffen und übersetzt, aus Gedichten, die vom Sex mit nur gering bestückten Zwergen handeln und vom Unsichtbarwerden älterer Frauen, die die Rezensentin mit ihrer Vitalität und Strahlkraft beeindrucken und zudem an aktuelle Entwicklungen im Literaturbetrieb anschließbar sind. "Ich tat es nur, weil es mich amüsierte", fasst Costa selbst ihr Leben zusammen - amüsant und unbedingt lesenswert auch für Katharina Teutsch.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.03.2023

Rezensentin Elke Schmitter feiert die Wiederentdeckung der Barockdichterin Margherita Costa, herausgegeben und übersetzt von Christine Wunnicke. Das Werk Costas ist vielfältig und überraschend aktuell, so die Kritikerin, hier finden sich Lyrik, Opernlibretti und auch Kuriositäten wie ein "Skript für ein Pferdeballett". Ins Staunen gerät die Kritikerin auch, wenn sie Costas Biografie liest, die Wunnicke der Textsammlung vorangestellt hat. Die barocke Dichterin führte als Kurtisane und Schauspielerin ein für die Zeit ausschweifendes und bewegtes Leben. Mitgerissen ist die Rezensentin zum einen von der Emotionalität der Schilderungen, zum anderen von der Lust am Grotesken und der Ambivalenz der Texte. Das alles findet sie von Christine Wunnicke geradezu "wundersam-lebendig" übersetzt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 08.03.2023

Rezensentin Angela Gutzeit erlebt die dichtende Kurtisane als Gesamtkunstwerk in diesem Band, den die Schriftstellerin Christine Wunnicke der faszinierenden Gestalt Margherita Costas widmet. Die um 1600 geborene Costa verkehrte in den Kreisen der Medici und des Vatikans, aber sie pflegte auch eine lange Verbindung mit einem kalabresischen Raubmörder. Sie sang Opern und dichtete, wechselte zwischen dem komischen und dem ernsten Fach und bezirzte Rom und Paris gleichermaßen. Ein "meisterliches Lebensbild" zeichne Wunnicke hier, schwärmt die Rezensentin, die beglückt zwischen Costas Werken und Wunnickes Text wechselt.

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