Wahlverwandtschaften

Telefongeschichten
Cover: Wahlverwandtschaften
Aufbau Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783351029333
Kartoniert, 181 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Jörg Paulus, Rainer Merkel und David Wagner. Elf junge Autoren schreiben elf Geschichten zwischen Telefoneuphorie und -traurigkeit: David Wagner, Tanja Dückers, Maike Wetzel, Rainer Merkel, Jörg Paulus, Annett Gröschner, Andreas Bernard, Falko Hennig, Edda Helmke, Edgar Rai und Selim Özdogan.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2002

Ihr Adress- und persönliches Telefonbuch haben die verschiedenen Autoren, allesamt zur Berliner "jeunesse de lettres" gehörig, wie Nadja Geer schreibt, durchforstet und das, was ihnen dabei eingefallen ist, zu kleinen Geschichten verarbeitet, die sie im Salon des Berliner Podewil vorgetragen haben. Daraus ist nun, als griffiges Ringbuch einem Telefonbuch nicht unähnlich, der Geschichtenband "Wahlverwandtschaften" entstanden. Geer sieht in diesen Geschichten eine kurzweilige Lektüre, wenn auch ihre Qualität sehr unterschiedlich sei. Wenig beeindruckt zeigt sie sich von David Wagners Auslassungen über sein Telefonbuch - zu viele Frauennamen, befindet Geer. Sehr viel humor- und gehaltvoller dagegen kommt ihr Falko Hennig entgegen, dessen Stärke die Lakonik sei und der auch wirklich Geschichten über Menschen in aller Welt zu erzählen habe. Auch Rainer Merkel bringt Geer zufolge etwas Reife mit, er meditiert über die vielen Arztnummern in seinem Telefonbuch; Tanja Dückers, von Geer als "Schamanin des Berlins der Vorwende" bezeichnet, dagegen vermittelt ihr nur "Puschelquastenborstengefühl". Keine Wahlverwandtschaft.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.05.2002

Die "schlichte" Idee der Herausgeber dieser Textsammlung, elf zeitgenössische deutschsprachige Schriftsteller über deren eigene Telefonverzeichnisse Geschichten schreiben zu lassen, findet die Rezensentin Jutta Person gut. Sie zeigt sich auch durchaus zufrieden mit den elf Ergebnissen. Die Texte verbinde zwar "ein ziemlich bodenständiger Erzählton", allerdings auch ein "kombinatorischen Zauber", so Person, und sie freut sich darüber, dass "Mythen des Telefonalltags" entstanden seien, "die sich nicht selten zu nostalgischen Flashbacks auswachsen". Wenn die Geschichten das bloß autobiografische Erzählen verlassen und "über das Telefonieren selbst" spekulieren, gelingt es ihnen sogar, findet die Rezensentin, "die Magie des Mediums zu beschwören".

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