Walter Schübler

Johann Heinrich Merck (1741-1791)

Biografie
Cover: Johann Heinrich Merck (1741-1791)
Hermann Böhlaus Nachf. Verlag, Weimar 2001
ISBN 9783740011567
Gebunden, 742 Seiten, 29,65 EUR

Klappentext

Ein kaleidoskopisches Porträt, eine Montage aus Merckschen und zeitgenössischen Schriften, Briefen und Dokumenten. Wenn man Johann Heinrich Merck heute überhaupt noch kennt, dann als vermeintliches Vorbild von Goethes Mephistopheles-Figur. Diese Biografie geht daran, Merck aus dem Zerrspiegel der Weimarer zu rücken. Mercks Existenz wird aus dem historischen Material "herausgeschält": der Freund und Mentor des jungen Goethe; der Mitarbeiter von Friedrich Nicolai und Wieland der Autor, Kunsttheoretiker und Cicerone von Herzogin Anna Amalia, der dilettierende Archäologe, Paläontologe und Anatom; der "Baumwollfabrikant"; der mittelständische Intellektuelle, der sich als Beamter in einem deutschen Duodezfürstentum abarbeitet und der seinem Leben kurz nach einer Dienstreise ins nachrevolutionäre Paris ein Ende setzt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2002

Keine Biografie im Sinne einer durchgehenden Lebenserzählung, sondern eine "biografische Collage", die "Zitat und Kommentar zum Lebenskommentar verknüpft", findet Rezensent Friedrich Diekmann in Walter Schüblers Porträt von Johann Heinrich Merck (1741-1791), einem der einflussreichsten Kritiker seiner Zeit. Mit dieser offenen Form möchte Schübler den Leser zur eigenen Deutung, zum Weiterlesen, Weiterforschen anregen, weiß Diekmann. Wie der Rezensent ausführt, gruppiert Schübler sein Material in sechsunddreißig Abschnitten, die besondere Aspekte von Leben und Werk Mercks entfalten - beispielsweise Mercks Kritikertätigkeit beim "Teutschen Merkur" oder seine intensive Freundschaft mit Goethe. Da Schübler Merk aus dem "Goethe-Bann" lösen möchte, kommt diese wichtige Freundschaft mit Goethe bei ihm etwas zu kurz, bedauert der Rezensent. Dafür treten zur Freude Diekmanns andere Lebensmomente, etwa Mercks Verhältnis zu literarischen Mitstreitern wie Wieland, Nicolai, Lichtenberg und Claudius um so deutlicher hervor. Insgesamt biete Schüblers Arbeit eine "Fundgrube nach vielen Seiten", die zwar eine Biografie nicht ersetze, aber auf "formal eigenständige Weise" vertrete.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.06.2001

Der alberne Goethe-Kult! Dabei gibt es doch Merck. Und jede Menge glänzende Kritiken, Essays, Erzählungen, Satiren und Briefe (hinreißende) dieses "ziemlich freien Geistes". Zum Glück hat Benedikt Erenz jetzt "ein Lebenslesebuch" über den Mann (ein Zeitgenosse Goethes, gut, ja, geschenkt) gefunden, das sich nicht nur "jeder lauten biografischen Mutmaßung und Konjektur" enthält, wie er schreibt, das ihn in seiner Rohheit, Kahlheit, überdies seltsam berührt. In einem Wort: "Duodezdeutschland, Empfindsamkeit und Aufklärung, unplugged."

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