Mancher Konflikt löst sich in Luft auf, wenn man etwas Gutes zusammen isst. Und das nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern auch im Flüchtlingslager oder im Protestcamp. Wam Kat zeigt, wie verblüffend einfach sich mit dem Kochlöffel die Welt verbessern lässt. Sein Kochbuch macht deutlich, was Küche mit Politik zu hat. Von der niederländischen Künstlerkolonie seines Vaters am Ende des Zweiten Weltkriegs über die Anti-Atombewegung der 80er-Jahre und die Flüchtlingslager des Balkankriegs bis zum G8-Gipfel in Heiligendamm Wam Kat erzählt Geschichte aus einer einzigartigen Perspektive: aus der Sicht eines Kochs, der soziale Bewegungen auf hohem Niveau durchfüttert und so Normalität schafft, wo Ausnahmezustände herrschen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 09.10.2008
"Ziemlich interessant" findet Rezensent Michael Allmaier dieses linke Kochbuch, dessen Titel seinen Ausführungen zufolge durchaus ernst zunehmen ist. Zwar verlange es, sich von einigen "Schimären des bürgerlichen Wohlgeschmacks" zu lösen. Es handele sich nämlich um Rezepte für Menschen, die "satt werden" wollten, aber "auf keinen Fall saturiert". Zwar hat man es als Leser dieser Rezensension ein wenig schwer, im Folgenden herauszufinden, was genau hinter den Empfehlungen "regionaler, biologischer Ware, gern auch Wohlstandsmüll" steckt. Vor allem, was hier gekocht wird, außer vegetarisch oder Rosenkohl mit Marmelade. Aber ein Plus dieses Buch scheint auch in den Geschichten zu jedem Rezept zu bestehen. Und im Rekurs auf die kulinarische Vergangenheit unserer Gesellschaft, die - zumindest dem Rezensenten - nach vollbrachter Lektüre "schwer im Magen" liegt.
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