Werner Fritsch

Cherubim

2 CDs
Cover: Cherubim
DHV - Der Hörverlag, München 2002
ISBN 9783895849756
CD, 17,90 EUR

Klappentext

87 Minuten Laufzeit. Gesprochen von Helmut Vogel. "Cherubim" ist die Geschichte des Knechts Wenzel, der Werner Fritsch sein Leben erzählt hat. Es ist die Geschichte eines Mannes, der an die Ewigkeit glaubt, daran, dass er dereinst "unter Cherubim" sein wird. Und es ist die Geschichte eines Jahrhunderts, erzählt von einem, der es von der unteren Warte erlebt hat: aufgewachsen im Lumpenproletariat einer Porzellanstadt, die Arbeit als Knecht auf verschiedenen Höfen, der Aufstieg eines Mannes, der für Wenzel immer noch "der Hiltler" heißt, die Heirat mit einer viel älteren Frau, Geburt und Tod der Kinder. Wenzel spricht in einer Sprache, die geprägt ist vom mündlichen Erzählen, die in ihrer Einfachheit jedoch gleichzeitig tiefe Poesie und suggestive Kraft in sich trägt. "Cherubim" ist der erste Teil einer Trilogie, die der Hörverlag mit "Jenseits" und "Sense" vollständig veröffentlichen wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.01.2003

Das Werner Fritschs "Cherubim" erst jetzt als Hörbuch erscheint, findet Rezensent Tobias Lehmkuhl erstaunlich. Denn die Lebenserzählung des Knechts Wenzel, die bei der Schöpfung beginnt und von da an direkt in die von zwei Weltkriegen geprägte Lebensgeschichte des Erzählers führt, sei wie für den mündlichen Vortrag gemacht schließlich lebe sie, so der Rezensent, ganz von der "Kraft einer archaisch anmutenden Sprache". Und so lobt Lehmkuhl in seiner kurzen Kritik vor allem den Vortrag von Helmut Vogel, dessen Eindringlichkeit, seine nahezu hypnotisierende Wirkung.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.09.2002

Etwas besseres kann ja einem Text im Hörbuch nicht passieren, nämlich dass er überhaupt zum Hören geschrieben schien und nie zum Lesen gedacht war. Und genau das findet Konrad Heidkamp bei diesem Monolog des Knechts Wenzel, dessen Ziehenkel Werner Fritsch 1987 bei Suhrkamp publizierte, was der Achtzigjährige Analphabet ihm erzählt hatte. Nun ja eben, erzählt hat er es... "Als spreche jemand aus der Landschaft heraus", so hört sich das an; aber es sei eben, so Heidkamp, die "kunstvolle Kreuzung" aus Dialekt und Hochsprache, die das bewirke. So dass der am Ende auch zu hörende wahre Wentzel ihn gleich weniger überzeugt hat als der Vorleser Helmut Vogel.
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