Werner Morlang

So schön beiseit

Sonderlinge und Sonderfälle der Weltliteratur
Cover: So schön beiseit
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2001
ISBN 9783312002870
Gebunden, 230 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Während viereinhalb Jahren gaben sich in Werner Morlangs Kolumne "So schön beiseit" in der Kulturzeitschrift "du" die Größen einer "anderen" Literaturgeschichte ein Stelldichein. Alphabetisch vom Kaffeehausliteraten Peter Altenberg bis zur künstlerischen Grenzgängerin Unica Zürn, zeitlich von der japanischen Hofdame Sei Shonagon bis zum weltläufigen "Provinzler" Gerhard Meier reicht die Liste der Schriftsteller, die Werner Morlang zu einem Gegenkanon der Weltliteratur versammelt

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.10.2001

Wozu eigentlich Sonderfälle ausbieten, wo doch jeder Weltliterat ohnehin irgendwie ein solcher ist? Nein, allzu ernst nehmen, rät Eske Böckelmann, sollte man es nicht, wenn im Auftakt des Buches ein "Gegenkanon" versprochen wird. Lieber einfach "hinein in die Lektüre!" Was der Rezensentin dort, in den 51 Autorenporträts, dann widerfährt, scheint indes bewunderungswürdig. "Es ist eine Kunst," schreibt sie, die Vita einer Autorin oder eines Autors mit dem jeweiligen Werk "auf so kurze Distanz in einen Bogen zu spannen". Umso mehr, als Böckelmann "nirgends von Wiederholungen und Schema" ermüdet wird. Echte Leseanregung, was die vorgestellten Texte und Autoren betrifft, empfängt die Rezensentin allerdings erst, indem sie die Porträts aus ihrer Serienhaft befreit und sie in die Kolumnen zurückverwandelt, die sie einmal waren. Und das bedeutet: "Nur jeweils eine lesen pro Monat, oder - allerhöchstens - pro Tag."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.10.2001

Sie kennen Saint-Evremond nicht? Der Rezensent weiß da was. Allerdings geht es dem Autor gar nicht um die Präsentation von Geheimtipps, wie Martin Zingg beteuert. Vielmehr nämlich wird an vergessene Werke erinnert (ein paar Autoren sind aber doch dabei), und die können ebenso gut von einem Jean Paul oder einem Italo Svevo stammen wie von Saint-Evremond. Da ist viel zu entdecken. Und die Lust dazu liefert der Band auch gleich mit. Der Autor, so Zingg, schüre sie in seinen "konzisen Porträts." Die Texte selbst begleiten Anmerkungen und Beobachtungen "quer durch die Literaturen der Welt, charmant erzählt, solid dokumentiert, mit überraschenden Assoziationen und Querverweisen."
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