Eine authentische Story: Nichts ahnend besteigt Laura eines Abends in Florenz ihren Motorroller, um nach Hause zu fahren. Da wird sie von mehreren Männern überfallen und in ein Auto gezerrt. Ihre Entführer verfrachten sie in eine Berghöhle im Süden Italiens, wo sie das 15-jährige Mädchen mehrere Monate lang festhalten, um von ihren angeblich reichen Eltern ein hohes Lösegeld zu erpressen. Aber Lauras Eltern sind nicht reich - Laura ist die falsche Beute. Doch auch für die Carabinieri, die sie nach einem Schusswechsel mit den Banditen schließlich finden, ist Laura die falsche Beute. Denn eigentlich hatten sie nach der Tochter eines Millionärs gesucht, die wenige Wochen nach Laura entführt worden war. Als Laura endlich wieder nach Hause kommt, verdächtigt der Staatsanwalt sie und ihre Familie, mit den Entführern zusammengearbeitet zu haben...
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 21.03.2002
"Falsche Beute" ist ein großartiges Jugendbuch, findet Rezensentin Silke Lode. Die vielschichtige Handlung um eine missglückte Entführung im italienischen Mafiamilieu lebe vor allem von der "differenzierten Auseinandersetzung mit Motiven und Folgen des organisierten Verbrechens..., aber auch mit familiären Konflikten". Als "glaubwürdig" bezeichnet die Rezensentin die Geschichte nicht zuletzt, weil die dargestellte Situation sich nicht durch "einfache Lösungen" klären lässt. Spannend habe der Autor Werner Raith die vielschichtigen Umrisse einer immer suspekter werdenden Handlung skizziert, das steigende "Misstrauen" auch bei der Familie der Hauptfigur nicht außer Kraft treten lassen. Das "konsequente Ende" des Buches macht noch einmal deutlich, was sich über die Handlung des Buches schon andeutet: Dass die üblichen "Richtig-Falsch"-Schemen eben nicht immer funktionieren. Ein schönes Buch eines "routinierten" Schriftstellers, das auch durch die "beeindruckenden Bilder" zum Leser spricht, freut sich die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 21.03.2002
Ganz schön vielschichtig, dieser letzte Jugendroman des Mafia-Experten Werner Raith. Thomas Schmid jedenfalls entdeckt darin mehr als nur eine spannende Entführungsgeschichte (gekidnappt wird die "Großstadtgöre" Laura). Der Autor, so erklärt er uns, thematisiere das Verhältnis zwischen dem privaten familiären und dem öffentlichen staatlichen Raum und durchleuchte nebenbei den Mikrokosmos der italienischen Gesellschaft. Daraus, aus der Wirklichkeit des italienischen Alltags, schöpft Raith auch seinen Stoff und ist für dieses Buch, wie Schmid weiß, einer Zeitungsmeldung nachgegangen. So wird "Falsche Beute" "auch für Erwachsene ein Genuss".
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