Warum viele Worte darum machen? Das Leben des kleinen Mannes verläuft vermutlich schon seit Jahrzehnten in immer gleichen Bahnen. Mitten in der Nacht aufstehen, sich fertig machen, während seine gutmütige, aber auch gestrenge Gattin ihm das Frühstück zubereitet, und dann geht es hinaus auf See, denn er ist Bretone, somit Fischer. Eine Mixtur aus Slapstick und großen Gefühlen, von Grégory Panaccione gekonnt karikiert in einer Manier, die ein bisschen an die Zeichentrickklassiker von Bruno Bozzetto ('Signor Rossi' etc.) erinnert. Und auch wenn dabei ab und an viel geredet wird, fällt in Wilfrid Lupanos Liebesgeschichte trotzdem kein einziges Wort. Denn hier ist es allein die Geste, die zählt.
Ralph Trommer zeigt sich fasziniert von dieser Graphic Novel des Duos Lupano/Panaccione. Wie bretonische Tradition auf Sardinen-Schmuggler, Öltanker und Piraten und Kubas Unterwelt trifft, können ihm die Autoren mit hintergründigem Humor vermitteln. Als Lovestory mit Öko-Touch bezeichnet Trommer das Buch. Am meisten staunt der Rezensent darüber, dass ihn der Verzicht auf Text nicht stört und Panacciones Zeichnungen genügen, um über Mimik und Gesten die Handlung zu vermitteln. Gelungen findet Trommer die Einteilung der Panels, die Aquarellierung sowie den flächigen Stil der sechziger Jahre. Eine den Rezensenten insgesamt überzeugende "visuell-pantomimische" Erzählung.
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