Aus dem Französische von Harald Sachse. River Bass fürchtet keine Konfrontation... außer mit seiner Familie. Um nicht nach Hause zurückkehren zu müssen, durchquert er die halben USA und findet sich letztlich in Philadelphia wieder, wo im Jahre 1876 die Weltausstellung stattfindet. Unter den Besuchern befindet sich auch ein Veteran des Bürgerkriegs, ein einäugiger Auftragsmörder, und Bass meldet sich freiwillig, ihn vor Gericht zu bringen. Dass er in der Wildnis unschlagbar ist, hat Marshal Bass hinlänglich bewiesen, aber wie wird er sich in der Großstadt schlagen?River Bass, Ex-Sklave, Ex-Soldat und Ex-Herumtreiber, ist Farmer und Familienvater geworden - und der erste afroamerikanische Sheriff. Als er den Stern annimmt, geht es ihm um Gleichberechtigung und Anerkennung, aber er bekommt es mit einer wahrhaft grausamen Welt zu tun. Vor dem Hintergrund des Westens in seiner wildesten Zeit ist die Geschichte des River Bass, die auf einer realen Vorlage beruht, vor allem die eines sehr einsamen Helden.
Vielleicht, mutmaßt Rezensent Christoph Haas, ist nach jahrelanger Vernachlässigung des Western Genres im französischen Comic nun der Punkt erreicht, an dem "lange Schatten langsam kürzer werden". Dass es Darko Macan und Igor Kordey mit "Marshall Bass" tatsächlich gelingt, diesen Schatten zu entrinnen, deutet der Rezensent nur an. Von seinen Vorbildern, den klassischen Western-Helden unterscheidet sich Marshall Bass vor allem durch seine Hautfarbe, eine Entscheidung, die nicht nur dem Zeitgeist geschuldet ist, betont Haas, sondern auch dem realen historischen Vorbild Bass Reeves - einer der ersten schwarzen Marshals. Der Comic-Bass jedenfalls scheut keine Gewalt und passt damit gut in die von Igor Kordey entworfene bizarre Horror-Welt voller Brutalität. Actionreich und blutig geht es bei Macan und Kordey zu. Dass sich dieses Lektüre-Abenteuer lohnt, lesen wir nur zwischen den Zeilen.
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