Wilfried Nippel hat fünfzehn Historiker und Politikwissenschaftler gewonnen, die in ihren Beiträgen dem Phänomen von Herrschaft und Charisma nachgehen. Sie porträtieren jeweils eine Persönlichkeit, die sich in der Wahrnehmung ihres Gefolges durch die Aura des Übermenschlichen, zumindest aber des Außergewöhnlichen auszeichnete. All diese "Virtuosen der Macht" (von Perikles bis Mao Zedong) führten ein stark persönlich geprägtes Regiment.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 23.03.2000
Die ganze Herangehensweise an das Thema findet Peter Bender "fragwürdig", auch wenn er einzelne Beiträge des Bandes durchaus lesenswert findet. Und je weiter sie sich von der Vorgabe des Herausgebers Wilfried Nippel, Althistoriker an der Berliner Humboldt-Universität, entfernten, desto interessanter seien sie, meint der Kritiker. Vorgegeben ist die Webersche Interpretation von Charisma, die der Herausgeber in seiner Einleitung darlegt. Darauf folgen Einzelaufsätze über verschiedene Herrscher - von Alexander und Caesar bis zu Hitler und Mao - und ihren charismatischen Anteil an der Macht. Dem Buch fehlt aber, so Bender, etwas Entscheidendes: eine Gesamtanalyse der Einzelfälle.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Elfriede Jelinek: Unter Tieren Die Wege des Geldes sind unergründlich. Trotzdem bestimmt es unser Leben, also verfolgt Elfriede Jelinek hartnäckig seine Spur. Von der Bibel bis zu René Benko, von blanker… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,…