Aus dem amerikanischen Englischen von Elisabeth Schnack. Mit einem Nachwort von Manuela Reichert. Sapphira ist eine der letzten Sklavenhalterinnen. Sie herrscht mit Güte, aber auch rücksichtsloser Härte. Ihre Ehe ist zur bloßen Farce verkommen, und ihre Tochter Rachel versteht sich als Sklavenbefreierin. Als die kranke Sapphira schließlich erfährt, dass ihrem Mann ein Verhältnis mit dem Sklavenmädchen Nancy nachgesagt wird, und er sich weigert, diese zu verkaufen, eskaliert der Konflikt innerhalb der Familie.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2010
Ausgangspunkt von Willa Cathers letztem, 1859 auf einer Farm in Nordvirgina spielendem Roman ist folgende Figurenkonstellation: Der Müller und seine Frau Sapphira, ihre Tochter Rachel und das Sklavenmädchen Nancy. Sapphira will Nancy gegen deren Willen verkaufen, weil sie glaubt, dass ihr Mann eine Affäre mit dem Mädchen haben könnte. Während der Müller und seine Tochter von Zweifeln an der Sklaverei geplagt sind, wird Sapphira als dominierende, alles beherrschende Gestalt gezeichnet, obwohl sie krank und an den Rollstuhl gefesselt ist, so Rezensentin Renate Wiggershaus. Denn Sapphira hat das Geld. Wiggershaus bewundert die "Vielschichtigkeit" dieses Romans, der Zweifel und Festhalten an der Tradition gleichermaßen beschreibt und Sapphira als Vertreterin einer "überlebten Ordnung" einen Abgang "mit erhobenem Haupt" gönnt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2010
Roman-Unikate findet Thomas Leuchtenmüller bei Willa Cather. Zwar weiß der Rezensent um den Einfluss der Autorin auf Kolleginnen wie Alice Munro und Annie Proulx, ebenso um die Ähnlichkeit zu Capote. Derart gut recherchiert, modern und ohne Schnörkel formuliert, wie hier, findet er den Generationenkonflikt und die Verhältnisse zwischen Schwarz und Weiß, Herrschern und Beherrschten am Ende des amerikanischen Sezessionskrieges aber nur bei Cather. Cathers psychologische Darstellung der Schwarzen fern von Klischees hat Leuchtenmüller beeindruckt. Im "wohl informierten" Nachwort erfährt er von der autobiografischen Grundierung des Textes.
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