Herausgegeben, übersetzt und mit einem Nachwort von Claus Langbehn. Als eine der Gründungsfiguren des amerikanischen Pragmatismus wurde der Psychologe William James zu Beginn des 20. Jahrhunderts schnell zu einem vieldiskutierten Philosophen, dessen Texte über Wahrnehmung und Erkenntnis, Religion und Ästhetik heute zum Kanon der Philosophiegeschichte gehören. Weniger bekannt hingegen sind James' Arbeiten zum sogenannten radikalen Empirismus, in denen er sich mit theoretischen Problemen von Bewusstsein und Erfahrung auseinandersetzt. Der Band versammelt acht Aufsätze, in denen James zentrale Aspekte seiner philosophischen Positionen diskutiert. Die Beiträge zum radikalen Empirismus erscheinen zum ersten Mal in deutscher Sprache. Ein Nachwort führt in den Pragmatismus und den radikalen Empirismus ein und erkundet Möglichkeiten, beide Themengebiete in Beziehung zu setzen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2006
Erhellend findet Manfred Geier diesen Band mit Aufsätzen von William James (1870-1910), die Claus Langbehn übersetzt und herausgegeben hat. Die Aufsätze machen für ihn den "eigentlichen Impuls" des amerikanischen Pragmatismus deutlich, dessen Plädoyer für eine lebenspraktische Relevanz der Philosophie seiner Meinung nach nicht mit den Nützlichkeitserwägungen des Utilitarismus in einen Topf geworfen werden darf. Die vorliegenden Aufsätzen befassen sich nach Ansicht Geiers unter anderem mit einer Metaphysik der reinen Erfahrung, mit der James die Schwierigkeiten einer dualistischen Trennung von erkennendem Subjekt und erkennbarem Objekt zu vermeiden suchte. Daneben findet er auch eine Reihe von Aufsätzen aus den Jahren 1904 bis 1909, die eine pragmatistische Ergänzung des radikalen Empirismus darstellen und verdeutlichen sollen, dass die "reine Erfahrung" keineswegs beliebig, relativistisch oder chaotisch ist. Schließlich führen die Aufsätze für Geier den "dramatischen Freiheitsimpuls des klassischen Pragmatismus" vor Augen, "von dem in seinem Ursprungsland gegenwärtig nur wenig zu sehen ist".
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