Aus dem Englischen von Gisbert Haefs. Wo die Roben rauschen und man elegante Lässigkeit pflegt, sind die Snobs zu Hause. Mit Opportunismus gepaarte Überheblichkeit zeichnet sie ebenso aus wie die genaue Kenntnis des Adelskalenders und eine Heidenangst, nicht mehr zur High Society zu gehören. Egal ob an der Universität, beim Militär oder im Club: Überall sonnen sich Snobs im Glanz ihrer eigenen Großartigkeit. Als Kolumnist der Satirezeitschrift "Punch" war Thackeray den Snobs von London ein Jahr lang auf der Spur. Mit großer Freude an der Abschweifung und nie um eine Pointe verlegen, entwarf er ein schillerndes Panorama seiner Zeitgenossen. Parallelen zur heutigen Glamourwelt sind dabei rein zufälliger Natur.
Große Freude bei Rezensent Manfred Schwarz. Von William Makepeace Thackery, der bei uns trotz seiner großen Roman "Barry Lyndon" und "Vanity Fair" sträflich unterschätzt wird, kann er gar nicht genug bekommen. Und das "Buch der Snobs" bereitet ihm noch einmal besonderes Vergnügen, denn es handelt sich dabei um das "geistreich-witzige Meisterwerk viktorianischer Gesellschaftsphilologie". Der Clou des Buchs geht im deutschen Titel allerdings verloren, bedauert Schwarz, denn im Original heißt es "The Book of Snobs, by One of Themselves". Denn wie Schwarz schreibt, kenne niemand das Laster besser als derjenige, der ihm beinahe auch verfallen wäre. Daher, glaubt der Rezensent, habe Thackeray auch sein feines Gespür für alle Formen der Angeberei und Hochstapelei gesellschaftlicher Aufsteiger. Allerdings bewies Thackeray durch seine Unfähigkeit, mit Geld umzugehen, auch die "unbedingte Eleganz" eines englischen Gentleman: Kaum volljährig hatte der in Kalkutta geborene Sohn eines Kolonialbeamten bereits sein ganzes beträchtliches Erbe vergeudet. Die Übersetzung von Gisbert Haefs nennt er trotz eines gewissen altfränkischen Zungenschlags "brillant".
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