Ideologien des Brennstoffzeitalters
Die Fotos

Freunde & Friends, Berlin 2024
ISBN
9783910815049
Gebunden, 468 Seiten, 70,00
EUR
Klappentext
Format 300 x 240. Schweizer Broschur mit offener Fadenheftung. Vielleicht sind die Fotos von Vollmann ja so gut, weil er ein Amateur ist, kein professioneller Fotograf. Weil er nur fotografiert und kein Fotograf sein will. Denn dieses: etwas sein wollen, es tut den Künstlern nicht gut, und den Fotografen schon gar nicht, es verbraucht soviel Kraft: statt einfach machen, etwas sein wollen. Womöglich auch das noch: Karriere machen. Als Fotograf. Und auch das noch: als Fotograf, wo es doch so viele Fotografen gibt, die sich abstrampeln, um als Fotografen anerkannt zu werden, eine so große Konkurrenz. Der ganze Krampf, sich irgendwie aus der Masse der vielen Fotografen hervortun zu wollen, wo doch das Fotografieren so leicht geworden ist. Einfach auf den Auslöser drücken, den Rest erledigt die Elektronik. Vollmann scheint sich um all dies nicht zu kümmern, ihn plagen keine Nebengründe, er drückt einfach ab, das Motiv ist ihm Grund genug... Florian Havemann, Oktober 2024
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2024
Der erste Band von William T. Vollmanns vierteiligem Werk beeindruckt Rezensent Stefan Fischer mit eindringlichen Schwarz-Weiß-Fotografien, die die Landschaften, Orte und Menschen zeigen, die vom Abbau fossiler Brennstoffe geprägt sind. Ohne Bildunterschriften oder genaue Zuordnung dokumentieren die Bilder die 'Zerschundenheit der Welt' und wirken dabei eher dokumentarisch als poetisch. Vollmanns ungekünstelter, schnappschussartiger Blick, der sich durch Authentizität auszeichnet, geht aus diesem Band hervor, staunt der Kritiker. Fischer lobt die vielschichtige Erzählung, die sich hinter den Bildern entfaltet und von globaler Desillusionierung und Abhängigkeiten berichtet. Die Fotografien ergänzen, so Fischer, Vollmanns typischen Grenzgang zwischen Literatur, Essay und Reportage und machen neugierig auf die drei geplanten Textbände, die das Projekt fortsetzen werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2024
Rezensent Andreas Platthaus wirkt hochgradig fasziniert von diesem riesigen Bildband mit Fotografien von William T. Vollmann. Dass der eigentlich als Schriftsteller für seine Riesenromane in der Tradition der "Great American Novel" bekannte US-Amerikaner auch fotografiert, ist für den Kritiker nicht neu; viele seiner im Zuge der Recherchereisen für Berichterstattungen (etwa zur Fukushima-Katastrophe oder zum Kohleabbau in den USA) entstandenen Fotografien sind in den zugehörigen Berichten mit abgedruckt worden, erklärt Platthaus - aber noch nie so qualitativ hochwertig und wirkungsvoll wie hier: auf knapp 500 querformatigen Seiten nur Bilder, versehen mit den allernötigsten Begleitinformationen zu Aufnahmeort und -zeit, in "berückend brillant gedrucktem Schwarz", staunt der Kritiker. Wuchtig nicht nur die Aufmachung des zweieinhalb Kilo schweren Buchs, sondern auch der Inhalt der Fotografien, die menschengemachte Natur und ihre "Ungemach" abbilden, so Platthaus, und die dabei im Gegensatz zu Vollmanns "überbordender Prosaphantastik" gerade mit ihrer "Sachlichkeit" bestechen. Ein echtes Prachtexemplar, schwärmt der Kritiker.