Mit seiner Teilnahme an der documenta 14 wurde Ulrich Wüst 2017 auch international als wichtiger dokumentarisch-künstlerischer Fotograf Deutschlands bekannt. Seit den siebziger Jahren dokumentiert er den Zustand und die Entwicklung ostdeutscher Städte. Mit seinen Schwarzweiß-Bildern, die wunderbar präzise das fragile Gleichgewicht zwischen vermeintlicher Objektivität und subjektiver Ironie halten, kommentierte er die Veränderung der Städte und den Verlust der gesellschaftlichen Vision zu DDR Zeiten. Die "Stadtbilder" die Ulrich Wüst von 1979 bis 1985 fotografierte, gelten als die wichtigste Werkgruppe seiner DDR-Jahre. Sie werden mit diesem Buch nun erstmals umfassend abgebildet und kommentiert. Die etwa achtzig Abbildungen beinhalten die kompletten fünfzig Bilder des edierten "Stadt-Bilder"-Portfolios sowie neue weitere Bilder, die erst kürzlich von Ulrich Wüst erstmals abgezogen wurden.
Rezensent Jochen Becker betrachtet durch Ulrich Wüsts Linse in "Stadtbilder 1979-1985" zerfallende DDR-Städte und deren Ränder. Zwischen Überresten von Altstadt und Ansätzen von Neubauten, auf die der Fotograf keinen spezifischen Fokus legt, erkennt der Rezensent eine "Poesie des Gemeinen". Durch die Kommentare und das Vorwort lernt Becker hier auch vom Werdegang des Fotografen, der für verschiedene Magazine arbeitete und eher nebenbei die Stadtlandschaften ablichtete. Unter dem Einfluss amerikanischer Fotografien, wandelte sich auch Wüsts Fokus hin zu Fabriken und Stadtimpressionen, wodurch der vorherige Einzelgänger Zugehörigkeit fand, mit dem Rückzug in die Uckermark habe sich seine Motivik nun zum Landleben hin verändert, lernen wir von Becker.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…