Erneut erzählt Kaminer mit Witz und Charme von den Tücken des Alltags und von haarsträubenden Abenteuern im Russland der Gorbatschow-Zeit. Und nach der Lektüre dieses autobiographischen Romans bleibt eigentlich nur eine Frage offen: wieso die Sowjetunion nicht schon viel früher zerbrochen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.12.2001
Wladimir Kaminers Roman schildert teilweise autobiografisch Episoden aus der Sowjetunion. Innerhalb der nach Ansicht der Rezensentin Sacha Verna recht engen literarischen Grenzen des Ganzen hat ihm das Buch Spaß gemacht. Dass den Figuren "jede Tiefe fehlt", müsse man akzeptieren, sei aber "nicht weiter tragisch". Die Devise nämlich lautet, so Verna: "Amüsieren statt analysieren", und das gelingt, immer wieder jedenfalls. Obwohl es keine explizite "Systemkritik" gibt, haben die Episoden doch Entlarvungspotenzial durch ihren Helden, der aus totalem bürokratischem Stumpfsinn noch "ein Fünklein (Un-)Sinn zu schlagen" weiß. Abgesehen von manchen Passagen "ostalgischen Klamauks" also, war das für diese Rezensentin ein Vergnügen.
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