Die Europäische Union steht vor großen Herausforderungen. Erweiterung und Vertiefung der Union stehen auf der Politikagenda. Ob die Vorschläge des Europäischen Verfassungskonvents für eine grundlegende Erneuerung des Unionsvertrages diesbezüglich zukunftsfähig sind, bedarf einer intensiven Diskussion. In den Beiträgen des vorliegenden Bandes stehen Probleme speziell der europäischen Wirtschaftsverfassung im Mittelpunkt. Obwohl der Begriff der Wirtschaftsverfassung nicht eindeutig definiert ist, sind juristische und vor allem verfassungs- und institutionenökonomische Analysen von Belang. Dabei spannen die Beiträge einen Bogen über die wichtigsten Problembereiche.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2004
Werner Mussler bespricht mit unterschiedlichem Enthusiasmus zwei Bücher zur europäischen Wirtschaftverfassung. Von dem Sammelband "Zukunftsprobleme der europäischen Wirtschaftsverfassung", das Wolf Schäfer herausgegeben hat, ist er nicht sehr überzeugt. Insbesondere den "interdisziplinären" Ansatz, der juristische und ökonomische Aspekte vereinen soll, ist nach Ansicht des Rezensenten eher "halbherzig" ausgefallen. So findet er den Aufsatz von Paul Kirchhof, der "Grundsätze des Maastricht-Urteils" referiert, als einzigen Beitrag der Rechtswissenschaft nicht ausreichend, zumal er lediglich eine "(national)verfassungsrechtliche Analyse) bietet, wie Mussler kritisiert. Auch den Aufsatz von Peter Bernholz, der sich für eine "neue europäische Verfassung nach den Vorschlägen des European Constitutional Group" richtet, erkennt der Rezensent zwar als immerhin "bedenkenswert" an, wirft ihm aber "mangelnde Realisierbarkeit" vor und findet ihn deshalb nicht besonders nützlich. In diesen beiden Beiträgen reden "Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler" zudem "trefflich aneinander vorbei", moniert der Rezensent. Wenn er auch die anderen Texte des Sammelbandes ansonsten im Großen und Ganzen "sehr kompetent" und durchaus "verdienstvoll findet - hier nennt der Rezensent die Beiträge von Renate Ohr, Rolf Caesar, Ansgar Belke und andere - bemängelt er das Buch insgesamt als für die "Debatte um die Verfasstheit der EU" wenig hilfreich.
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