Mit zahlreichen Fotografien. Die afghanische Ring Road. Eine Straße, die real existiert und dennoch ein Mysterium ist. Der 2200 Kilometer lange kreisförmige Highway verbindet die wichtigsten Städte des Landes. Er versprach Einheit und Aufschwung. Seit sechzig Jahren wird an ihm gebaut, doch fertig ist er noch immer nicht. Korruption und Misswirtschaft haben riesige Summen verschlungen. Nach dem Einmarsch der westlichen Truppen wurde die Straße zu einem blutigen Schlachtfeld.Kaum ein deutscher Journalist kennt Afghanistan so gut wie Wolfgang Bauer. Der Zeit-Reporter war viele Male vor Ort, machte die Schicksale der Menschen in preisgekrönten Reportagen anschaulich. Früh warnte er vor einer Rückkehr der Taliban. Im August 2021 wurde einer seiner engsten Mitarbeiter ermordet. Nach dem Fall Kabuls kehrt Wolfgang Bauer noch einmal zurück. Er bereist die Ring Road, sucht Orte auf, die er in den letzten 20 Jahren besucht hat - und geht der Frage nach: Warum ist der Westen in Afghanistan gescheitert? Was hat dieses Scheitern mit der milliardenschweren Entwicklungshilfe zu tun? Und wie geht es weiter? Seine Reportage ist eine Parabel über Hoffnung und Scheitern am Hindukusch.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 14.09.2022
Rezensentin Yasemin Ulfat geht ernüchtert aus der Lektüre dieses Reiseberichts von Wolfgang Bauer hervor. Was der Journalist aus Afghanistan im und um das Jahr 2021 berichtet, lässt Ulfat am Sinn der vom Westen installierten "angeblich demokratischen Regierung" zweifeln. Bauer erzählt von Korruption und Sabotage im Zusammenhang mit dem Bau der zentralen "Ring Road", aber auch von Folter durch US-Militärs, erklärt Ulfat. Auch wenn Bauer nicht unbedingt Neues schildert, nach der Lektüre ahnt die Rezensentin, was in Afghanistan "schiefgelaufen" ist. Eine bittere Erfahrung, meint sie.
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