Noch heute - zuletzt im Zusammenhang mit den Debatten um Martin Walser und Günter Grass - wird die Frage diskutiert, wie man Parteigenosse oder Mitglied einer der vielen nationalsozialistischen Organisationen wurde. Hier herrscht starker Aufklärungsbedarf. Daher hat Prof. Benz eine Gruppe von Fachleuten ausgewählt, die über die verschiedenen Wege in die NSDAP und ihrer Gliederungen referieren.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 12.03.2009
Christian Semler erinnert, ohne Namen zu nennen, an moralische und intellektuelle Größen der alten Bundesrepublik, die ihren freiwilligen oder unfreiwilligen, wissentlichen oder unwissentlichen Beitritt als 18-jährige Jugendliche in die NSDAP aus den falschen Gründen verschwiegen oder bestritten haben. Mit dem Sammelband über die "Rekrutierungspolitik" der NSDAP wurde von den Autoren, die zum Kreis des Instituts für Antisemitismusforschung zählen, eine Lücke geschlossen, die auch für die Beurteilung der Argumentation der vom Vorwurf der Mitgliedschaft Betroffenen erhellend sein dürfte, so Semler. Juliane Wetzel und Armin Nolzen kommen überein, dass bis zum Kriegsende eine verbindliche Eigenunterschrift der HJ-Mitglieder geleistet werden musste. Um die Mitgliedsquote pro Jahrgang zu erfüllen, hat es "allerdings seitens der HJ-Führer starken Druck auf die HJler gegeben". Weitere Beiträge des lesenswerten Bandes befassen sich mit der These der Karteimitgliedschaft oder untersuchen die Organisations- und Funktionsgeschichte der NSDAP.
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