Zum Wesen nationalsozialistischer Herrschaft gehörte das System des Terrors, das in der Regie der SS ganz Europa mit einem Netz von Konzentrationslagern überzog; es reichte von der britischen Kanalinsel Alderney bis zur Sowjetunion, vom Baltikum bis Griechenland. Ingesamt existierten 24 Hauptlager mit etwa 1.200 Außenlagern. "KZ" ist eine der Metaphern des Schreckens, mit denen die nationalsozialistische Diktatur ihren universalen Verfügungsanspruch über das Individuum durchsetzte. Kaum einen Ort im deutschen Herrschaftsbereich gab es schließlich, an dem kein Lager existierte. Die Spuren vieler dieser Orte sind getilgt, damit auch aus der Erinnerung verdrängt. Die Namen einiger großer Konzentrationslager, Auschwitz, Dachau, Bergen-Belsen, Sachsenhausen oder Buchenwald, wurden zum Synonym des Staatsterrors, viele sind aber aus dem kulturellen Gedächtnis verschwunden. Das neunbändige Standardwerk "Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager" hat es sich zum Ziel gesetzt, das Wissen um insbesondere unbekannte Konzentrationslager, die Deutschland und das besetzte Europa als flächendeckendes Netz überzogen, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2010
Der hier rezensierende Historiker Hans-Jürgen Döscher erkennt diese Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager als ein neues Standardwerk an und stellt es neben Raul Hilbergs Lebenswerk "Die Vernichtung der europäischen Juden". Dabei beschränkt sich Döscher darauf, ausführlich den Aufbau dieses Mammutwerks zu erklären, dessen neun Bände es auf jeweils rund tausend Seiten bringen: Der erste Band biete grundlegende Artikel zur Entstehung, Struktur und Funktion der Konzentrationslager als dem allgegenwärtigen Instrument des nationalsozialistischen Unterdrückungs- und Vernichtungssystems, Inbegriff der NS-Schreckensherrschaft. Die anschließenden acht Bände widmen sich den einzelnen Konzentrationslagern und ihren Außenstätten, chronologisch geordnet nach der, wie Döscher meint, üblichen Periodisierung: Zuerst werden die Lager behandelt, die der Ausschaltung der politischen Gegner dienten, dann die im Rahmen der Kriegsvorbereitungen errichteten Lager, und schließlich die, die der Ausbeutung und Ermordung der europäischen Juden dienten. Über Gewichtung, Interpretation oder neue Erkenntnisse sagt Döscher nichts, lobt aber die Beiträge allesamt als "umfassend, zuverlässig und stets auf dem neuesten Stand der Forschung".
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