Der Band enthält den umstrittenen Berliner Diskussionsbeitrag, Pohrts FAQ - man könnte es auch ein langes Selbstgespräch nennen, und unveröffentlichte oder noch nicht in Buchform erschienene Texte aus den letzten Jahren
Felix Klopotek hat Spaß an der Lektüre des linken Provokateurs und Konkret-Autors Wolfgang Pohrt gehabt - auch wenn er den Nutzwert seiner Analyse für beschränkt hält, denn das Buch verrät "weniger etwas über die Dynamik des Kapitalismus als über die seines eigenen Denkens". Trotzdem bietet die Lektüre eine Menge heller und erhellender Momente, denn immerhin beschreibt Pohrt "eine globale Wirklichkeit, in der zunehmend ein Kapitalismus ohne Kapital und eine Marktwirtschaft ohne Markt Gestalt annehmen". Klopotek findet Gefallen an dem "heiter-resignativen" Tonfall, mit dem der Autor seinen Sicht der Dinge beschreibt. In Pohrts Augen hat auch der Faschismus in der neuen politischen Ordnung keinen Platz mehr, Neonazis und rassischtisches Gedankengut sind nurmehr Zeichen einer gesellschaftlichen Regression, die Pohrt mit einer "Soziologie der Bandenwesens" zu fassen versucht: "Er übt sich in sozialpsychologischen Stilübungen zur Verwilderung der Selbsterhaltung". Klopotek stellt in seiner Rezension allerdings fest, dass Pohrt die wesentlichen Elemente seiner provokanten Thesen schon in seiner Promotion skizziert hat. Insofern ist die ganze Aufregung, die seine Sicht der Dinge in der linken Szenen verursacht, ein bisschen verspätet.
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